Gasunfälle im Haushalt vermeiden

Thomas Max Müller / pixelio.de

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Immer wieder kann den Medien entnommen werden, dass Gasexplosionen in privaten Haushalten zu einem großen Schaden oder gar zu Todesopfern geführt haben. Dies ist äußerst tragisch. Die Gasversorger können für solche Schäden nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Denn sie sind für die Sicherheit rund um das Gas lediglich bis zum Hausanschluss verantwortlich. Was danach passiert, liegt in den Händen der Hausbesitzer. Und dass diese wohl noch große Lücken bezüglich des richtigen Umgangs mit Gas haben, zeigen die diversen Unfälle recht deutlich auf.

Wir haben daher einmal eine Checkliste zusammengestellt, die allen Hauseigentümern mit Gasanschluss die richtige Handhabe sowie die jährliche „Hausschau“ etwas näher bringen soll. Damit es zu keinen Unfällen kommt und Gasgeruch rechtzeitig erkannt bzw. richtig eingeordnet wird.

Viele Energielieferanten buhlen um die Gunst der Kunden

Auch wenn die vielen Energielieferanten um die Gunst der Kunden buhlen und unter anderem auch regenerative Energieträger in großer Anzahl anbieten, so ist es doch das Erdgas, welches in unseren Breitengraden als beliebtester Heizstoff gilt. Etwa die Hälfte aller neu gebauten Häuser wird mit Gas beheizt, da Gas sauber und effizient ist. Zudem lässt es sich hervorragend regulieren und die geringe Schadstoffemission sorgt dafür, dass die Umwelt nicht allzu sehr belastet wird. Bedenkt man dann noch, dass gasbetriebene Anlagen relativ wartungsarm sind, erklärt sich die Beliebtheit des Energieträgers praktisch von alleine.

Gas explodiert

Doch Gas ist auch ein gefährlicher Brennstoff. Schon eine kleine Menge reicht aus, um eine Explosion hervorzurufen. Natürlich nicht im Heizkessel und auch nicht in den Leitungen beziehungsweise in den Heizkörpern. Doch wenn die Gaskonzentration in der Luft über 4,5 Prozent beträgt, stuft der Fachmann dieses Gemisch bereits als explosionsfähig ein. Und in die Luft kann Gas schnell gelangen. Ein einfaches Leck am Heizkessel oder in den Leitungen, ein defektes Ventil oder aber ein nicht korrekt angeschlossener oder ausgeschalteter Gasherd sorgen dafür, dass es zu einer Explosion kommen kann.

Besonders in den Wintermonaten, in denen weniger gelüftet wird, steigt die Gefahr von Unfällen mit Gas dramatisch an. Daher ist nicht nur ein richtiges Lüften wichtig, sondern auch ein regelmäßiger Check aller Leitungen und Geräte, die mit Gas betrieben werden.

Richtig reagieren bei Gasgeruch

  • Gas ist heimtückisch und hinterlistig. Es schleicht sich leise an, ist farblos und daher nicht sofort wahrnehmbar. Wer jedoch auf seine Nase vertraut, der kann recht schnell einen Gasgeruch feststellen, wenn das Gas einmal austreten sollte.
  • Ist dem so, ist es wichtig, dass sofort alle Fenster und Türen weit geöffnet werden. Denn im ersten Schritt gilt es immer, die Gaskonzentration in der Luft schnell zu verringern, um die Explosionsgefahr zu reduzieren.
  • Im Anschluss muss geprüft werden, ob sich im Haus oder in der Wohnung ein offenes Feuer befindet. Beispielsweise eine brennende Kerze, eine Zigarette oder gar der Herd. Dieses Feuer muss sofort gelöscht werden. Erst dann sollte der Weg zum Absperrhahn beschritten werden, um die Gaszufuhr zu beenden.
  • Trotz dieser Maßnahmen ist die Gefahr jedoch noch nicht komplett gebannt. Daher ist es ratsam, sämtliche Hausbewohner über den Gasaustritt zu informieren, damit diese das Haus verlassen können. Dabei sollte mit Ruhe und Besonnenheit vorgegangen werden. In diesem Zusammenhang muss auch immer geprüft werden, ob es eventuelle Verletzte gibt. Wer Gas eingeatmet hat, kann Atemprobleme haben. Hier sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Übrigens: Beim Verständigen der anderen Bewohner sollte nicht geklingelt werden, da auch die Klingel einen Funkenflug hervorrufen kann. Klopfen und rufen stellt hier die eindeutig bessere Variante dar.

Drei Regeln, um Gasaustritt zu vermeiden

Um einen Gasaustritt zu vermeiden, sollten Sie sich an diese drei goldenen Regeln halten:

  1. alle Gasgeräte regelmäßig (einmal pro Jahr) vom Fachmann überprüfen lassen
  2. alle Gasleitungen mindestens alle 12 Jahre vom Fachmann überprüfen lassen
  3. einmal pro Jahr auf „Hausschau“ gehen, um mögliche fehlerhafte Stellen entdecken und beseitigen zu können

Fazit

Auch wenn Gas ein sicherer, preiswerter und sauberer Heizstoff ist, kann es doch immer einmal passieren, dass Gas austritt und eine Gefahrensituation entsteht. Ist dem so, ist es wichtig, dass ruhig und besonnen reagiert wird. Zudem sollte jeder Hausbesitzer im eigenen Interesse die Gasanlage regelmäßig warten lassen und selbst auch jede kleinste Veränderung registrieren und dem Fachmann melden. Nur so können Gasunfälle im Haushalt verringert und nicht zuletzt auch vermieden werden.

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