Ökogas Zertifikate: Wer versichert mir, dass Ökogas auch wirklich einen Ökonutzen hat?

Bernd Schmidt / pixelio.de

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Standards bei Ökogas sind noch nicht verpflichtend, aber erste Zertifikate weisen den Weg.

Die Liberalisierung des Gasmarktes wirkte sich erst seit Oktober 2006 in der Praxis aus. Aufgrund dieses frühen Stadiums gibt es noch keine verpflichtenden Standards für Ökogas. Allerdings haben sich inzwischen einige Ökogas Zertifikate etabliert, anhand derer ein Versorger nachweisen kann, welchen tatsächlichen Ökonutzen sein Produkt hat.

Folgende Ökogas Zertifikate gibt es:

Der Goldstandard des WWF – umfassende Kriterien für Klimaschutz-Projekte

Der World Wide Fund for Nature (WWF) beispielsweise nimmt Zertifizierungen nach dem sogenannten Goldstandard vor. Dieses Ökogas Zertifikat wurde schon 2003 ins Leben gerufen und konzentriert sich nicht ausschließlich auf Maßnahmen, die mit Ökogas unterstützt werden. Alle Projekte, die Energie-Effizienz oder erneuerbare Energie zum Inhalt haben, können hier berücksichtigt werden. Als wesentliche Anforderungen definiert der WWF dabei, dass durch das jeweilige Projekt

  • ein tatsächlicher Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes geleistet wird,
  • auch regionale Strukturen gefördert werden,
  • Wissen und Erfahrung auf den Gebieten der Energie-Effizienz oder erneuerbaren Energien erweitert werden und
  • ein Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt sowie zur nachhaltigen Nutzung von natürlichen Ressourcen geleistet wird.

Auch durch die organisatorische Stärke und weltweite Präsenz des WWF kann im Falle eines solchen Goldstandard-Zertifikates ein ausgewiesener Ökonutzen als bestätigt angesehen werden.

Ökogas-Zertifikate vom TÜV

Eine weitere unabhängige Organisation, die Zertifikate ausgibt, ist der TÜV. Sie sind speziell für Ökogas entwickelt worden und existieren in verschiedenen Formaten. So gibt es das Zertifikat „Klimaneutrale Gasverbrennung“. Hier werden nach Messung des CO2-Ausstoßes Maßnahmen durchgeführt, um diesen an anderer Stelle auszugleichen. Dabei kann durchaus auch auf Goldstandard-Projekte zurückgegriffen werden, was die Überprüfbarkeit des Ökonutzens noch steigert. Mit dem Zertifikat „Klimaneutrales Gasprodukt“ wird jedoch lediglich eine CO2-Kompensation für Ausstöße, die während der Bereitstellung – also im Wesentlichen beim Transport – anfallen, gewährleistet. Beide Zertifikate werden von der TÜV NORD CERT GmbH vergeben. Das Zertifikat „CMS 41 Klimaneutralität“ hingegen kommt vom TÜV SÜD und bestätigt, dass im Gegenwert von CO2-Emissionen durch Ökogas Minderungszertifikate gekauft wurden und der Nachweis erbracht ist, dass diese nicht weiter gehandelt werden, also dem Markt endgültig entzogen sind.

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