So setzt sich der komplette Gaspreis zusammen

Zusammensetzung Gaspreis

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Beschaffung: In Deutschland wird der größte Teil des Erdgases importiert. Die Preise, die dafür bezahlt werden müssen, unterliegen einigen Schwankungen und sind in der Regel an den Ölpreis beziehungsweise den Preis für leichtes Heizöl gebunden. Allerdings fallen auch bei einer Förderung im Inland durch den Gasanbieter selber hohe Kosten an. Dank des liberalisierten Gasmarktes gibt es viele unterschiedliche Gaspreise und Tarifsysteme. Darüber hinaus ist in diesem Bereich eine Handelsspanne enthalten. Etwa 43 Prozent des Gesamt-Gaspreises entfallen auf diesen Posten.

Der Gaspreis besteht in der Regel aus zwei Komponenten

Zunächst einmal ist der Gaspreis, ähnlich wie beim Stromtarif, zweigeteilt. Es fällt ein gleichbleibender Grundpreis an, der in der Regel monatlich abgerechnet wird. Dazu kommt der Arbeitspreis, der sich nach dem tatsächlichen Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) richtet.

Je nach Anbieter kann der Grundpreis jedoch in Abhängigkeit vom Arbeitspreis erheblich schwanken. Manche Gasversorger verzichten sogar völlig auf einen Grundpreis und berechnen stattdessen einen entsprechend höheren Arbeitspreis.
Für den Verbraucher ist es daher besonders wichtig, auf dieses Verhältnis von Grund- und Arbeitspreis zu achten. In Privathaushalten beispielsweise liegt der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Quadratmeter Wohnfläche bei 140 kWh, falls das Erdgas nur zum Heizen verwendet wird, und bei 160 kWh, wenn auch die Warmwasserversorgung über Erdgas erfolgt.

  • Steuern und Abgaben. Selbstverständlich möchte auch der Staat am Erdgas mitverdienen. Er tut dies einerseits über die Mehrwert – oder Umsatzsteuer und andererseits über eine eigens erhobene Erdgassteuer. Dazu sind Konzessions- und Förderabgaben zu entrichten, die neben Bund und Ländern vornehmlich Städten beziehungsweise Gemeinden zugute kommen. Zusammen macht das ca. 24 Prozent des Gaspreises aus.
  • Netznutzungskosten. Um das Gas zum Kunden zu bringen, sind Gasanbieter auf Leitungssysteme von Gasnetzbetreibern angewiesen. Hier mussten Investitionen geleistet werden. Zudem fallen Betriebs- und Instandhaltungskosten an sowie Aufwendungen, die mit den Zählern in Zusammenhang stehen. Dafür werden Netznutzungskosten entrichtet, die von der Landesregulierungsbehörde sowie der Bundesnetzagentur reguliert werden und mit rund 23 Prozent beim Gaspreis zu Buche schlagen.
  • Vertriebs- und Verwaltungskosten. Natürlich hat der Gasanbieter selber auch Kosten. Dazu gehören Ausgaben für den Kundenservice, die ordnungsgemäße Abrechnung von Leistungen aber auch Aufwendungen, die für den Verkauf anfallen. Mit ungefähr zehn Prozent macht dies aber den geringsten Anteil am Gaspreis aus.

Intelligente Gewichtung von Grundpreis & Arbeitspreis verringert je nach Verbrauch die Gesamtkosten

Je weiter der tatsächliche Gasverbrauch bei einer hervorragenden Wärmedämmung oder auch in Passivhäusern unter diesen Durchschnittswerten liegt, desto mehr kann auf einen niedrigen Grundpreis bei höheren Arbeitspreisen geachtet werden. Beispielsweise in nicht-sanierten Altbauten wird der Durchschnittsverbrauch aber häufig deutlich überschritten. Hier kann es sinnvoll sein, einen höheren Grundpreis zu wählen, um den Arbeitspreis also die Abrechnung pro kWh gering zu halten. Wird dann eine Sanierung durchgeführt, lohnt es sich, einen Tarifwechsel in Betracht zu ziehen. Analog gilt natürlich auch, dass in kleineren Wohnungen aufgrund des geringeren Gasbedarfs ein niedrigerer Grund- bei höherem Arbeitspreis infrage kommt und bei größeren Wohnungen oder Eigenheimen umgekehrt.

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