Gasverbrauch und Gaskosten bei einer vierköpfigen Familie

Gasverbrauch und Gaskosten bei einer vierköpfigen Familie

© Thorben Wengert / pixelio.de

Heizen mit Gas ist beliebt – keine Frage. Rund ein Drittel aller deutschen Haushalte heizt mit Gas, wobei es sich in den meisten Fällen um Erdgas handelt. Diese Beliebtheit ist auf ein paar gute Gründe zurückzuführen: Die Investitionskosten für eine Gasheizung sind vergleichsweise gering. Gleiches gilt für den Schadstoffausstoß, vor allem im Vergleich mit Heizöl. Die Technik ist ausgereift, der Brennstoff benötigt keine eigene Lagerstätte und die Verfügbarkeit ist deutschlandweit sehr hoch. Hinzu kommen relativ hohe Wirkungsgrade, die sich mittels moderner Brennwerttechnik auf bis zu 100 Prozent steigern lassen.

Durchschnittlicher Gasverbrauch & Gaskosten in deutschen Haushalten

Trotz aller Vorteile: auch ein Gasverbrauch kann höher als nötig ausfallen. Da ist es gut zu wissen, wie viel Gas andere Haushalte im Schnitt benötigen, um daraus Rückschlüsse auf den eigenen Verbrauch ableiten zu können. Pro Haushalt werden hierzulande im Schnitt 16 m³ Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr benötigt. Das entspricht 160 kWh pro Jahr, wenn die Gasheizung sowohl Heizwärme als auch Warmwasser bereitstellt und das Haus von vier Personen bewohnt wird. Wird das Gas allein zum Heizen benutzt, sind es noch 14 m³ (140 kWh pro Jahr). Anhand der aktuellen Gaspreise sind derzeit 6,22 Cent je kWh für Erdgas zu veranschlagen. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für Schornsteinfeger und Wartung.

Verbrauch von alten und neuen Gebäuden

Auf dieser Basis lässt sich nun leicht ausrechnen, wie hoch der eigene Gasverbrauch in etwa sein sollte. Hierzu ein Beispiel: Ein frei stehendes Einfamilienhaus benötigt im Schnitt 22.944 kWh pro Jahr. Besonders hoch ist der Verbrauch mit rund 32.000 kWh bei Häusern, die bis zum Jahr 1977 gebaut wurden. Entsprechend niedrig fällt der Verbrauch bei Häusern aus, die nach 2002 erbaut wurden, denn hier sind es im Schnitt nur noch 16.000 kWh pro Jahr. An diesem Beispiel lässt sich zeigen, wie sich eine Modernisierung bzw. Sanierung auf den Verbrauch auswirken würde. Ein Haus, das nach dem Standard KfW-Haus 70 saniert wurde, kommt nur noch auf jährliche 9.600 kWh pro Jahr. Unterbieten lässt sich dieser Wert noch mit einem Passivhaus: Mit 2.400 kWh pro Jahr ist der Verbrauch gegenüber dem Durschnitt auf weniger als ein Zehntel gesunken.

Soll der Warmwasserverbrauch im Nachhinein vom Energieverbrauch abgezogen werden, können dafür pro Person zwischen 800 und 1.000 kWh veranschlagt werden. In einem Einfamilienhaus, das nach 2002 gebaut wurde und in dem vier Personen leben, käme dann ein Warmwasserverbrauch zwischen 3.200 kWh und 4.000 kWh zustande. Der reine Heizungsverbrauch beliefe sich dann also auf Werte zwischen 12.000 kWh und 12.800 kWh.

Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen

Gasheizung ist nicht gleich Gasheizung. Wie bei anderen Heizmethoden gilt auch hier, dass der Verbrauch an Brennstoffen umso höher ausfällt, je älter die eingesetzte Technik ist. Wer auf besonders günstige Verbrauchskosten Wert legt, wird in modernen Brennwertgeräten eine passende Lösung finden. Hier wird der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf als zusätzliche Wärmequelle genutzt. Ältere Standardkessel führen die Abgase einfach nach außen hin ab. Beim Brennwertkessel wird das Abgas jedoch vorher an einem Wärmetauscher vorbeigeführt, durch den auch das abgekühlte Rücklaufwasser fließt. Hier kondensiert der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf und erzeugt die sogenannte latent Wärme, mit der das vorbeifließende Wasser vorgeheizt wird. Auf diese Weise werden Energie und CO2 gespart. Das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar: Gegenüber herkömmlichen Heizkesseln lassen sich die Verbrauchskosten um bis zu 30 Prozent reduzieren.

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