Gasverbrauch und Gaskosten bei einer vierköpfigen Familie

Gasverbrauch und Gaskosten bei einer vierköpfigen Familie

© Thorben Wengert / pixelio.de

Heizen mit Gas ist beliebt – keine Frage. Rund ein Drittel aller deutschen Haushalte heizt mit Gas, wobei es sich in den meisten Fällen um Erdgas handelt. Diese Beliebtheit ist auf ein paar gute Gründe zurückzuführen: Die Investitionskosten für eine Gasheizung sind vergleichsweise gering. Gleiches gilt für den Schadstoffausstoß, vor allem im Vergleich mit Heizöl. Die Technik ist ausgereift, der Brennstoff benötigt keine eigene Lagerstätte und die Verfügbarkeit ist deutschlandweit sehr hoch. Hinzu kommen relativ hohe Wirkungsgrade, die sich mittels moderner Brennwerttechnik auf bis zu 100 Prozent steigern lassen.

 

Inhalt

1. Durchschnittlicher Gasverbrauch & Gaskosten in deutschen Haushalten
2. So viel bezahlt eine vierköpfige Familie
3. Gasverbrauch in alten und neuen Gebäuden
4. So viel lässt sich durch Haussarnierung sparen
5. Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen

Durchschnittlicher Gasverbrauch & Gaskosten in deutschen Haushalten

Trotz aller Vorteile: auch ein Gasverbrauch kann höher als nötig ausfallen. Da ist es gut zu wissen, wie viel Gas andere Haushalte im Schnitt benötigen, um daraus Rückschlüsse auf den eigenen Verbrauch ableiten zu können. Pro Haushalt werden hierzulande im Schnitt 16 m³ Gas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr benötigt. Das entspricht 160 kWh pro Jahr, wenn die Gasheizung sowohl Heizwärme als auch Warmwasser bereitstellt und das Haus von vier Personen bewohnt wird. Wird das Gas allein zum Heizen benutzt, sind es noch 14 m³ (140 kWh pro Jahr). Anhand der aktuellen Gaspreise sind derzeit je nach Anbieter und Region rund 5 bis 8 Cent (im Schnitt 6,22 Cent) je verbrauchter kWh Erdgas zu veranschlagen. Hinzu kommt der verbrauchsunabhängige Grundpreis des jeweiligen Anbieters. Im Vergleich zum Jahr 2017 sind die Preise damit sogar um 1,3% gesunken (nach dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) und Bundeskartellamt (BKartA).

So viel bezahlt eine vierköpfige Familie

Hierzu ein konkretes Kostenbeispiel: Ein 4-Personen-Haushalt bewohnt eine 100 m2-Wohnung in Schwerin und verbraucht ca. 16.000 kWh pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Sie entscheidet sich für den umweltfreundlichen Ökogas-Tarif „Waldgas“ des Anbieters WEMAG mit einem Verbrauchspreis von derzeit 5,33 Cent pro kWh sowie einem Grundpreis von 21,84 Euro pro Monat (Stand August 2019).

Die jährliche Gasrechnung des 4-Personen-Haushalts setzt sich folgendermaßen zusammen:

Grundpreis 21,84 Euro x 12 Monate = 262,08 Euro
Verbrauchspreis 16.000 kWh x 5,33 Cent = 852,80 Euro
Gesamtkosten
(Grundpreis + Verbrauchspreis)
262,08 Euro + 852,80 Euro = 1.114,88 Euro / Jahr

Das ergibt monatliche Gaskosten von 92,91 Euro. 

Da die vierköpfige Familie vom Grundversorger zur WEMAG wechselt, gewährt der Gasanbieter einen einmaligen Neukundenbonus von 125 Euro. Dadurch reduzieren sich die Gaskosten im ersten Jahr auf 989,88 Euro jährlich oder 82,49 Euro monatlich. Hinzu kommen die jährlichen Kosten für Schornsteinfeger und Wartung.Würde die vierköpfige Familie ausschließlich ihren Heizbedarf über Erdgas decken, dann reduziert sich der Jahresverbrauch von 16.000 kWh auf 14.000 kWh jährlich. Das ergibt Gaskosten von 1.008,28 Euro jährlich bzw. 84,02 Euro monatlich (ohne Neukundenbonus).

Gasverbrauch in alten und neuen Gebäuden

Doch der Gasverbrauch hängt nicht allein von der Wohnfläche, sondern ganz entscheidend vom Haustyp und vom Dämmungsgrad ab.Ein frei stehendes Einfamilienhaus benötigt im Schnitt 22.944 kWh pro Jahr. Besonders hoch ist der Verbrauch mit rund 32.000 kWh bei Häusern, die bis zum Jahr 1977 gebaut wurden. Deutlich niedriger fällt der Verbrauch bei Häusern aus, die nach 2002 erbaut wurden, hier sind es im Schnitt nur noch 16.000 kWh pro Jahr. Ein Haus, das nach dem Standard KfW-Haus 70 saniert wurde, kommt nur noch auf jährliche 9.600 kWh pro Jahr. Unterbieten lässt sich dieser Wert noch mit einem Passivhaus: Mit 2.400 kWh pro Jahr ist der Verbrauch gegenüber dem Durchschnitt auf weniger als ein Zehntel gesunken.Verbrauch an kWh von alten und neuen Gebäuden pro Jahr

Häuser, die bis zum Jahr 1977 gebaut wurden Häuser, die nach 2002 gebaut wurden Häuser, die nach Standard kfW-Haus 70 sarniert sind
32.000 kWh 16.000 kWh 9.600 kWh

Soll der Warmwasserverbrauch im Nachhinein vom Energieverbrauch abgezogen werden, können dafür pro Person zwischen 800 und 1.000 kWh veranschlagt werden. In einem Einfamilienhaus, das nach 2002 gebaut wurde und in dem vier Personen leben, käme dann ein Warmwasserverbrauch zwischen 3.200 kWh und 4.000 kWh zustande. Der reine Heizungsverbrauch beliefe sich dann also auf Werte zwischen 12.000 kWh und 12.800 kWh.

So viel lässt sich durch Haussanierung sparen

Anhand dieser Verbrauchswerte lässt sich zeigen, wie sich eine Modernisierung bzw. Sanierung auf die Gaskosten auswirkt:Unsere vierköpfige Beispiel-Familie bewohnt ein „durchschnittliches“ frei stehendes Wohnhaus in Schwerin und benötigt für Heizung und Warmwasser 22.944 kWh pro Jahr. Sie bezahlt 123,75 Euro monatlich (ohne Neukundenbonus) bzw. 1.485 Euro jährlich, wenn sie umweltfreundliches „Waldgas“ des Gasanbieters WEMAG bezieht.

In einem nach 2002 erbauten Haus würde der Haushalt nur noch 16.000 kWh jährlich benötigen. Bei diesem Verbrauch reduzieren sich die monatlichen Kosten auf 92,91 Euro. Das bedeutet eine Ersparnis von immerhin 30,84 Euro monatlich oder 370,08 Euro jährlich!

Saniert die vierköpfige Familie ihr Wohnhaus nach dem Standard KfW-Haus 70 und senkt ihren Verbrauch auf 9.600 kWh pro Jahr, fällt ihre Gasrechnung mit 64,48 Euro monatlich noch einmal deutlich niedriger aus. Die Ersparnis gegenüber dem „Durchschnitts-Haus“ beträgt satte 59,27 Euro monatlich oder 711,24 Euro jährlich.

Und wie viel würde der Haushalt in einem modernen Passivhaus bezahlen? Bei einem Jahresverbrauch von 2.400 kWh beträgt die monatliche Gasrechnung nur noch 29,17 Euro. Pro Jahr bezahlt die Familie für ihr Erdgas 350,04 Euro – um 1.134,96 Euro weniger als im Durchschnitts-Szenario.

Moderne Häuser verbrauchen weniger kWh

Moderne Häuser verbrauchen weniger Strom
© 13902 / pixabay.de

Im Gegensatz dazu bezahlt eine vierköpfige Familie in einem unsanierten, vor 1977 erbauten Haus mit einem Verbrauch von 32.000 kWh stolze 163,98 Euro monatlich oder 1.967,76 Euro jährlich für Heizung und Warmwasser. An diesem Beispiel erkennt man gut, wie groß die Einsparmöglichkeiten durch eine Haussanierung sind!

Diagramm zu Verbrauch und Kosten von Strom von Wohnhäusern nach Erbauungsjahr

Verbrauch und Kosten von Strom von Wohnhäusern nach Erbauungsjahr

Einsparpotenziale moderner Brennwerttechnik nutzen

Gasheizung ist nicht gleich Gasheizung. Wie bei anderen Heizmethoden gilt auch hier, dass der Verbrauch an Brennstoffen umso höher ausfällt, je älter die eingesetzte Technik ist. Wer auf besonders günstige Verbrauchskosten Wert legt, wird in modernen Brennwertgeräten eine passende Lösung finden. Hier wird der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf als zusätzliche Wärmequelle genutzt. Ältere Standardkessel führen die Abgase einfach nach außen hin ab. Beim Brennwertkessel wird das Abgas jedoch vorher an einem Wärmetauscher vorbeigeführt, durch den auch das abgekühlte Rücklaufwasser fließt. Hier kondensiert der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf und erzeugt die sogenannte latent Wärme, mit der das vorbeifließende Wasser vorgeheizt wird. Auf diese Weise werden Energie und CO2 gespart. Das macht sich auch im Geldbeutel bemerkbar: Gegenüber herkömmlichen Heizkesseln lassen sich die Verbrauchskosten um bis zu 30 Prozent reduzieren.

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