Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung einer Gasheizung?

Gasheizungsthermostat - Wartung wichtig

Thermostatventile sind typische Verschleißteile
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Ein Heizungsausfall mitten im Winter? Keine schöne Sache. Um eine kalte Wohnung bei eisigen Außentemperaturen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Gasheizung regelmäßig durch einen Heizungsinstallateur warten lassen. Wie oft das sinnvoll ist und zu welchem Zeitpunkt, erklären wir in diesem Artikel. Erfahren Sie außerdem, welche weiteren Vorteile Sie von einer Heizungswartung haben und wie Sie Ihre Wartungskosten senken, ohne an Qualität oder Sicherheit zu sparen.

Heizungswartung: Bester Zeitpunkt ist vor Beginn der Heizperiode

In den Wintermonaten läuft jede Gasheizung auf Hochtouren. Wie lang genau die Heizperiode dauert, ist von Region zu Region und von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Viele Hausbesitzer nehmen die Heizung im September oder Oktober erstmals in Betrieb und hören im April oder Mai zu heizen auf. Wird die Gastherme zugleich zur Warmwasserbereitung genutzt, dann ist die Anlage ganzjährig in Dauerbetrieb. In Volllast läuft sie aber in jedem Fall in den kalten Monaten. Ideal ist es daher die Heizung vor Beginn der Heizsaison, also in der Regel im August oder September, warten zu lassen. Falls dabei Mängel festgestellt werden, bleibt noch genug Zeit, um die Therme instand zu setzen. Nehmen Sie die Gasheizung im Herbst erstmals in Betrieb, können Sie sicher sein, dass mit der Anlage alles in Ordnung ist.

Und wie häufig sollte man eine Gasheizung warten lassen? Die meisten Experten empfehlen ein einjähriges Wartungsintervall. Konkrete gesetzliche Vorgaben gibt es dafür übrigens nicht. Die Energieeinsparverordnung (§ 11 Abs. 3 EnEV) verpflichtet Betreiber einer Heizungsanlage zwar zu „regelmäßigen“ Wartungs- und Instandhaltungs-Maßnahmen, macht aber keine genauen Angaben, wie oft das sein muss. Anders sieht es bei der ebenfalls verpflichtenden Anlagenüberprüfung durch den Schornsteinfeger aus, für die ein einmal jährliches Intervall vorgeschrieben ist.

So läuft die Wartung einer Gasheizung ab

Gasheizungs Schornstein

Einmal im Jahr eine Anlagenüberprüfung durchführen 
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Eine Heizungswartung durch einen Fachbetrieb setzt sich aus zwei Schritten zusammen: der Zustandsinspektion und der eigentlichen Wartung. Bei der Zustandsinspektion überprüft der Installateur zunächst den Ist-Zustand der Anlage. Er kontrolliert die Dichtigkeit von Gas- und Abgasleitungen und sucht nach möglichen Korrosionsschäden an Rohren, Leitungen und Kabeln – eine häufige Alterungserscheinung. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Sicherheitsüberprüfung. Dazu wird der Fachmann unter anderem die Funktion der Sicherheitsventile überprüfen und darauf achten, dass die Heizungsanlage die Abgase ordnungsgemäß abführt, damit keine giftigen Gase austreten können. Abgasmessungen stellen weiterhin sicher, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte eingehalten werden. Darüber hinaus kontrolliert der Installateur den Betriebsdruck und den Wasserstand im System und überprüft den Zustand des Brenners. Das ist wichtig, weil Verschmutzungen (Rußpartikel) den Energieverbrauch der Anlage erhöhen. Im Rahmen der Zustandsinspektion wird der Heizungsinstallateur wahrscheinlich auch einzelne Teile reinigen – beispielsweise Brenner und Heizflächen, Wärmetauscher, Kondensatablauf oder Siphon.

Auf der Grundlage seiner Überprüfungen entscheidet der Fachmann, ob etwas auszutauschen ist oder weitergehende Reparaturen nötig werden. Elektroden oder Thermostatventile sind typische Verschleißteile einer Gasheizung, die von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen. Auch die Entlüftung des Heizsystems und das Nachfüllen von Heizwasser sind häufige Arbeitsschritte, die der Profi im Rahmen der Heizungswartung durchführen wird.

7 gute Gründe für eine regelmäßige Heizungswartung

Die Wartung einer Gasheizung kostet Geld – rund 80 bis 220 Euro müssen Sie je nach Anlagentyp und Region veranschlagen. Hinzu kommen noch eventuelle Kosten für die Anfahrt, den Ersatz von Verschleißteilen oder allfällige Reparaturen. Doch das Geld ist gut investiert – eine regelmäßige Wartung hat für Sie folgende Vorteile:

  • Verhinderung von Ausfällen: Mögliche Mängel und Probleme werden schon im Vorfeld erkannt, noch bevor sie zu einem Ausfall der Heizungsanlage führen. Das erspart Ihnen eine kalte Wohnung ohne Warmwasser bei Frosttemperaturen im Winter.
  • Geringere laufende Kosten: Verschmutzungen oder ungünstige Einstellungen können zur Folge haben, dass die Anlage nicht mehr effizient arbeitet. Dadurch steigt der Verbrauch, was sich auf Ihre laufenden Gasrechnungen auswirkt.
  • Höhere Sicherheit: Unfälle durch austretendes Gas sind bei modernen Gasheizungen zwar äußerst selten, jedoch nicht ganz auszuschließen. Nur durch eine regelmäßige Wartung lassen sich mögliche Schäden an der Anlage rechtzeitig erkennen. Das gewährleistet die Sicherheit nicht nur für Sie als Anlagenbetreiber selbst, sondern für alle Hausbewohner!
  • Verlängerte Lebensdauer: Wird die Anlage regelmäßig gepflegt und gereinigt, dann bleibt sie auch länger intakt – das erspart Ihnen einen teuren Thermenaustausch.
  • Geringere Emissionen: Auch die Umwelt profitiert, denn einwandfrei arbeitende Geräte stoßen weniger Schadstoffe aus. Im Allgemeinen arbeiten moderne Gasheizungen sehr sauber und schadstoffarm – vor allem im Vergleich zu Ölheizungen!
  • Garantieansprüche beim Hersteller: Bei vielen neueren Gasheizungen sind Sie verpflichtet, die Anlage regelmäßig warten zu lassen, nur dann bleibt die Garantie in Kraft.
  • Anspruch auf Versicherungsleistungen: Haben Sie eine Wohngebäude-, Hausrat- oder Haftpflichtversicherung abgeschlossen? In den Vertragsbedingungen ist meist eine regelmäßige Heizungswartung vorgeschrieben. Ansonsten können Sie bei Folgeschäden durch eine kaputte Heizung Ihre Leistungsansprüche verlieren.

Tipp: Um Wartungskosten zu sparen, können Sie auch einen Wartungsvertrag abschließen. Oft gibt es bessere Konditionen, wenn Sie einen Fachbetrieb langfristig mit der Heizungswartung beauftragen. Prüfen Sie aber unbedingt die genauen Vertragsbedingungen: Sind kleinere Reparaturen oder eventuell benötigte Ersatzteile mit eingeschlossen oder extra zu bezahlen? Wie sieht es mit den Fahrtkosten aus? Beinhaltet der Wartungsvertrag einen 24-Stunden-Service? Vergleichen Sie am besten die Angebote mehrerer Betriebe und entscheiden sich für das mit den günstigsten Konditionen! Einen Teil der Wartungskosten können Sie übrigens auch steuerlich geltend machen – 20 Prozent der Lohnkosten für Handwerker lassen sich im Rahmen der Einkommenssteuererklärung von der Steuer absetzen, und zwar bis zu einer Höchstgrenze von insgesamt 1.200 Euro pro Jahr. So ersparen Sie sich bei der Heizungswartung immerhin etwa 25 bis 40 Euro. Kosten für Materialien und Ersatzteile sind allerdings nicht absetzbar.

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