Wie wird Erdgas gefördert & bearbeitet?

Paul-Georg Meister / pixelio.de

Paul-Georg Meister / pixelio.de

Bevor Erdgas gefördert werden kann, muss zunächst ein geeignetes Erdgasfeld gefunden werden. Dazu bedienen sich Geologen sowie Geophysiker des Verfahrens der Reflexionsseismik. er Druck im Gasfeld gewährleistet, dass das Gas ohne weitere Hilfsmittel nach oben steigt. Leert sich die Lagerstätte, kann beispielsweise mit Verdichtern ein künstlicher Druck aufgebaut werden.

Seismische Wellen verraten Lagerort und -volumen von Erdgas

Bevor Erdgas gefördert werden kann, muss zunächst einmal ein geeignetes Erdgasfeld gefunden werden. Dazu bedienen sich Geologen sowie Geophysiker zunächst des Verfahrens der Reflexionsseismik. Hier werden künstlich seismische Wellen verursacht. Das heißt der Untergrund wird einer Energieeinwirkung durch Explosivstoffe ausgesetzt. Ähnlich wie beim Wurf eines Steins in Wasser entstehen nun Wellen. Während sich allerdings im Wasser diese Wellen sichtbar von der Einschlagstelle des Steins entfernen, kommt es im Erdreich aufgrund der höheren Dichte dort in unterschiedlich geringem Maße zu Reflektionen.Die Wellen können nur eingeschränkt verschiedene Schichten überwinden und die Energie wird also an ihren Ursprungsort zurückgeleitet. Auch dies kann man sich mit dem Bild des Steinwurfs ins Wasser veranschaulichen. Treffen die Wellen dort nämlich beispielsweise auf ein Modellboot, wird ihre Energie teilweise vom Gegenstand absorbiert oder aufgenommen. Das Boot wackelt etwas. Zu einem kleineren Teil werden sie aber zurückgeworfen. Diese Reflektionen werden von sogenannten Geophonen aufgezeichnet. Diese Daten werden in einem Seismogramm zusammengefasst. Da jede Erdzusammensetzung einen anderen Widerstandswert aufweist, werden seismische Wellen mit einer unterschiedlichen Energie reflektiert. Außerdem kann über die zeitliche Differenz zwischen Entstehung und Reflektion einer seismischen Welle auf die Tiefe und Entfernung der jeweiligen Erdschicht geschlossen werden. Es entsteht also ein detailliertes Bild darüber, wie das Erdreich bis in eine Tiefe von mehren Kilometern aufgebaut ist.

Natürlicher Druck lässt bei der konventionellen Förderung das Erdgas nach oben steigen

Lassen diese Daten auf ein Erdgasfeld schließen, wird eine Probebohrung durchgeführt. Sie gibt unter anderem genauere Informationen darüber, unter wie starkem Druck das Erdgas steht, also wie komprimiert es ist. Je höher dieser Druck, umso günstiger ist die Förderung. Zeigt sich hier eine Eignung und sind auch alle technischen Voraussetzungen erfüllt, kann ein Bohrplatz mit Bohrturm eingerichtet werden.

Hier werden in das Bohrloch Rohre verlegt und mit Zement fixiert. Dadurch wird ein Steigrohr bis zur unteren Grenze des Erdgasvorkommens geführt. An ihm sind Sprengsätze angebracht, nach deren Zündung das Gasfeld aufgerissen wird und das Erdgas seinen Weg durch das Steigrohr an die Oberfläche finden kann. Dazu muss das Bohrloch an der Erdoberfläche natürlich abgedichtet sein. Hierfür wird ein Eruptionskreuz verwendet. Unterirdisch sorgt ein Ventil dafür, dass das Erdgas zielgerichtet gefördert werden kann. Zunächst gewährleistet der Druck im Gasfeld, dass das Gas ohne weitere Hilfsmittel nach oben steigt. Leert sich die Lagerstätte, kann beispielsweise mit Verdichtern ein künstlicher Druck aufgebaut werden. Findet die Förderung an Land statt, spricht man von Onshore-Gasförderung, geschieht dies auf den Meeren, spricht man von Offshore-Gasförderung. Insgesamt handelt es sich hier um konventionelle Erdgasförderung. Fracking ist hingegen die unkonventionelle Erdgasförderung.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.