Neues Gaskraftwerk in Bayern

Kigoo Images / pixelio.de

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Der Weltkonzern Siemens ist als Partner beteiligt

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, planen die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) ein neues Gaskraftwerk im benachbarten Leipheim auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes. Als Partner und Investor steht der Münchner Siemenskonzern im Fokus, der schon Gesellschafter der Gaskraftwerk Leipheim GmbH und Co. KG ist, die von den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm bereits 2014 gegründet wurden.

Siemens Einstieg in die Gaskraftwerk GmbH vom Bundeskartellamt genehmigt

Die Zusammenarbeit von Siemens und den Stadtwerken wurde vom Bundeskartellamt genehmigt. Fraglich ist jedoch, in welchem Umfang Siemens an dem seit 2011 geplanten Projekt beteiligt ist. Denn der Siemenskonzern hält sich bisher bedeckt. Auch die SWU äußern sich nur zögerlich. Bisher wurde lediglich bestätigt, dass es eine Beteiligung von Siemens gibt.

Noch Unklarheiten zum geplanten Projekt

Ob das Bauvorhaben tatsächlich realisiert wird, steht derzeit trotz der Zusammenarbeit von Siemens und der SWU noch nicht fest. Insider gehen davon aus, dass sich Siemens und die Stadtwerke lediglich die Option auf eine Realisierung offen halten möchten. Schon jetzt stehen Ungereimtheiten im Raum. Beispielsweise sprachen die Stadtwerke bisher von einem 900-Millionen-Projekt, an dem mehrere kommunale Unternehmen beteiligt werden sollten. Erst war ein Kraftwerk mit 1.200 Megawatt Leistung geplant. Jetzt ist anscheinend nur noch ein Kraftwerk mit der Leistung von 600 Megawatt im Gespräch.

Ist der Bau des neuen Gaskraftwerks überhaupt sinnvoll?

Weil der Strom aus Gasturbinen teuer ist und die Produktionskosten bis 5,5 Cent pro Kilowattstunde betragen, der Strom aber an der Leipziger Strombörse schon ab 2 Cent pro Kilowattstunde gehandelt wird, fragen sich viele Entscheidungsträger, ob ein weiteres Gaskraftwerk überhaupt benötigt wird. Denn derzeit gibt es Öko-Strom im Überfluss. Der Großteil aller Gaskraftwerke in der Bundesrepublik ist stillgelegt worden. Nur wenige Gaskraftwerke werden aktuell noch zur Wärmeproduktion betrieben.

Trotzdem wäre der Bau eines neuen Gaskraftwerks nicht sinnlos. Denn Gaskraftwerke haben einen großen Vorteil: Sie können schnell wieder ans Netz genommen werden. Denn die Stromproduktion lässt sich kurzfristig anfahren. Auf diese Weise kann umgehend auf Unregelmäßigkeiten im Netz reagiert werden. Beispielsweise, wenn Solarkollektoren und Windräder aus irgendeinem Grund einmal ausfallen sollten. Stillgelegte Gaskraftwerke gelten als Reservekraftwerke, die unverzichtbar sind, um die sichere Stromversorgung in Deutschland zu gewährleisten.

Staatsregierung befürwortet den Bau neuer Gaskraftwerke

Die Große Koalition will sich für den Bau neuer Gaskraftwerke einsetzen und in Kürze deshalb einen Gesetzesentwurf auf den Weg bringen. Dies ist notwendig, um Investoren, die ihre Kraftwerke als Reserve zur Verfügung stellen, finanziell nicht zu benachteiligen. Geplant ist, nicht mehr für den produzierten Strom, sondern für die Bereitstellung des Kraftwerks zu bezahlen. Hierzu muss allerdings erst exakt der Bedarf an neuen Reservekraftwerken ermittelt werden. Die Ausschreibung soll dann im Frühjahr 2017 erfolgen. Ob die SWU und Siemens das Gaskraftwerk in Leipheim realisieren werden, wird frühestens zu diesem Zeitpunkt klar werden.

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