Kontaminiertes Grundwasser: US Fracking-Unternehmen verliert vor Gericht & muss zahlen

dreimirk30 / pixelio.de

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Es ist ein bemerkenswerter Sieg gegen ein Millionen-Unternehmen, den zwei Familien in Susquehanna County davontrugen. Der US-Erdgasförderer Cabot Oil & Gas wurde schuldig gesprochen, das Grundwasser der Umgebung durch das Fracking-Verfahren verschmutzt zu haben. Jetzt muss das Unternehmen 4,25 Millionen Dollar Entschädigung an die beiden Familien zahlen, wie das zuständige Gericht in Scranton im Bundesstaat Pennsylvania entschieden hat.

Es stank und schäumte: Kontaminiertes Grundwasser war ungenießbar

Als Fracking wird das Bohren nach Gas in tiefen Gesteinsschichten bezeichnet. Das bei Umweltschützern äußerst umstrittene Verfahren soll dazu geführt haben, dass bei den beiden Familien das Leitungswasser schäumte und stank. Die Klage erfolgte bereits im Jahr 2009, nachdem erstmals ungewöhnlich viel Methan im Wasser nachgewiesen werden konnte. Erste Probleme wurden jedoch schon ein Jahr zuvor gemeldet, als Bewohner sich über dreckiges, schäumendes und stinkendes Trinkwasser beschwerten. Wer es dann tatsächlich trank, habe angeblich Ausschlag bekommen und sich übergeben müssen.

Cabot Oil & Gas behauptete laut der örtlichen Lokalzeitung „Scranton Times-Tribune“ stets, dass es diese Probleme bereits vor ihren Bohrungen gegeben habe. Hauptkläger Scott Ely berichtete dem Lokalsender WBRE-TV, dass es sich bei dem Verfahren um eine Schlacht gehandelt habe. Vonseiten des Cabot-Anwalts wurde mittlerweile Berufung angekündigt. Bis zur Verkündung des Urteils hatte sich der Prozess über sechs Jahre hinweg in die Länge gezogen.

Pennsylvania gilt derzeit als eines der wichtigsten Gasfördergebiete in den USA. Beim weithin umstrittenen Fracking-Verfahren werden Flüssigkeiten mit Hochdruck in tief liegende Gesteinsschichten gepresst, damit diese aufbrechen und so das Gas austreten kann. Die Methode wird von Umweltschützern vor allem wegen ihrer unabsehbaren Auswirkungen auf das Grundwasser heftig kritisiert.

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