Fracking in Niedersachsen

Fracking in Niedersachsen

Fracking in Niedersachsen
© Kurt Michel / pixelio.de

Niedersachsen verfügt über die größten Gasvorkommen Deutschlands. Niedersachsen hatte bis vor Kurzem aber auch ein Problem: Während der letzten fünf Jahre wurde kein Antrag auf Erdgasförderung genehmigt, bei der die umstrittene Fracking-Technologie zum Einsatz kommen sollte. Jetzt nehmen die Niedersachsen die Sache selbst in die Hand.

Freie Fahrt für Fracking in Niedersachsen?

In Hannover wollte man der Bundesregierung die Möglichkeit einer Neuregelung der Fördertechnik geben, auch auf die Gefahr hin, von den Energieunternehmen wegen Untätigkeit verklagt zu werden. Nun hat zumindest die Pause für Fracking in Niedersachsen ein Ende – wie auch die Geduld der Niedersachsen. Landesvater Stephan Weil (SPD) hat das Fracking-Moratorium kurzerhand beendet, da sich der Bundestag den Gesetzentwurf der Bundesregierung noch immer nicht vornehmen möchte.

Dass Fracking in Niedersachsen und anderswo bei Kritikern auf heftigen Widerstand stößt, hat gute Gründe. Denn sie befürchten nicht nur massive Umweltschäden mit kaum absehbaren Folgen, sondern auch noch eine Verunreinigung des Trinkwassers. Bei der Fracking-Technologie wird zuerst ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in das Erdreich gepresst, genauer gesagt in eine gasführende Gesteinsschicht. Durch den hohen Druck wird das Gestein in der Nähe des Bohrloches aufgebrochen, wodurch das Gas ins Bohrloch strömen kann. Der Sand dient dazu, die Risse offen zu halten. Anschließend strömt das Gas zusammen mit dem Flüssigkeits-Gemisch nach oben.

Die bereits erwähnten Chemikalien sind der Grund, weswegen Fracking Umweltschützern Bauchschmerzen bereitet. Vonseiten der Gasindustrie heißte es jedoch mittlerweile, dass man auf die Bedenken reagiert und biologisch abbaubare Fracking-Flüssigkeiten entwickelt habe. Was genau in dem Chemiecocktail alles enthalten ist, behalten die Fracking-Unternehmen aber dennoch lieber für sich.

Landesregierung beugt sich dem Druck der Unternehmen – Fracking in Niedersachsen so gut wie erlaubt

Dennoch sieht die Landesregierung in Niedersachsen nun keine rechtliche Handhabe mehr, Fracking-Anträge weiterhin auf die lange Bank zu schieben. Derzeit gehen Beobachter davon aus, dass es spätestens nach den Kommunalwahlen wieder Erdgasbohrungen mit Fracking in Niedersachen geben wird. Fracking ist in Niedersachsen allerdings auch keine Neuheit mehr, denn in den letzten 50 Jahren wurde die Technik bereits mehr als 300 Mal eingesetzt. Zu nachweislichen Verunreinigungen ist es dabei nicht gekommen. Das bisherige Fracking in Niedersachsen wurde jedoch nur in konventionellem Gestein durchgeführt.

Sorgen bereitet erst das unkonventionelle Fracking in Schiefergestein, da es hierbei auch schon nachweislich zu Umweltschäden kam. Das Fracking-Moratorium aus dem Jahr 2011 bezieht sich auch nur auf das unkonventionelle Fracking. Dennoch erfasste der Genehmigungsstopp auch das seit Jahren betriebene konventionelle Fracking. Seitdem haben in Deutschland so gut wie keine Bohrtätigkeiten mehr stattgefunden.

Die Öl-und Gasindustrie hat kürzlich den Druck auf die niedersächsische Landesregierung noch weiter erhöht. Vonseiten des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie drohte man auf einer Tagung in Hannover sogar damit, gegen die Landesregierung vor Gericht zu ziehen, falls nicht bald wieder Bohranträge genehmigt werden würden. Laut dem BVEG-Vorsitzenden Martin Bachmann ignoriere die Politik völlig, dass es um die Zukunft einer ganzen Branche, deren Mitarbeiter und Standorte gehe. Man sehe derzeit keine Alternative, als eine Bearbeitung der Anträge auf Basis des geltenden Rechts einzufordern, um so das Fracking in Niedersachsen fortsetzen zu können.

Dass Fracking in Niedersachsen von hoher Bedeutung ist, zeigt sich schon allein daran, dass das Bundesland über rund 95 Prozent der deutschen Erdgasvorkommen verfügt.

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