Erdgasvorkommen in Deutschland

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Erdgasvorkommen in Deutschland
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Förderung und Potenziale

Beim Stichwort Erdgasförderung ist der Gedanke an die Importabhängigkeit Deutschlands nicht weit. Was dabei meist vergessen wird, sind die eigenen Vorkommen hierzulande, die uns im vergangenen Jahr rund 9 Milliarden Kubikmeter an Erdgas beschert haben. Das mindert nicht nur die Abhängigkeit vom Ausland, sondern trägt auch zu stabileren Preisen bei.

Erdgas in Deutschland – die aktuelle Lage

Deutschlands derzeitiger Erdgasbedarf wird in erster Linie durch Importe aus anderen Ländern gedeckt. Der größte Teil kommt mit 32 Prozent aus Russland, dicht gefolgt von 31 Prozent aus Norwegen und 26 Prozent aus den Niederlanden. Nur 9 Prozent stammen aus eigener Förderung, während sich die verbleibenden 2 Prozent auf weitere Länder verteilen. Im Moment wird jedoch davon ausgegangen, dass die herkömmlichen Lagestätten in Westeuropa bereits ihr Maximum erreicht haben, was das Erschließen neuer Vorkommen umso notwendiger macht.

Die heimische Erdgasproduktion ist jedoch nicht zu vernachlässigen, konnte sie im vergangenen Jahr über Exploration und Produktion doch einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro einfahren. Hinzu kommt, dass die Erdgasproduktion keinerlei Subventionen benötigt. Über die Förderabgaben in Höhe von rund 370 Millionen Euro profitieren sogar die einzelnen Bundesländer, Steuern und Abgaben der Unternehmen nicht eingerechnet.

Den größten Erdgas-Anteil davon kann derzeit das Land Niedersachsen für sich verbuchen. Gerade hier kann man auf eine lange und gleichermaßen erfolgreiche Erdgasförderung zurückblicken. Rund 97 Prozent des in Deutschland über die vergangenen Jahre geförderten Erdgases kommen aus Niedersachsen. Allein aus der Region Weser-Ems stammen rund 50 Prozent der gesamten Produktion. Danach folgen die Bundesländer Sachsen-Anhalt mit 1,6 Prozent und Schleswig-Holstein mit 1,4 Prozent der gesamten deutschen Erdgasproduktion.

Stabilisierung und Ausbau der Förderung durch Schiefergas

Angesichts dieser Zahlen sollte aber auch nicht ignoriert werden, dass die Fördermengen bereits seit Jahren abnehmen. Der Grund dafür liegt darin, dass auch in Deutschland das Produktionsmaximum der konventionellen Lagerstätten überschritten ist. Bleiben also noch die unkonventionellen Lagerstätten. Mit deren Hilfe könnte die Produktion zumindest stabilisiert, wenn nicht sogar ausgebaut werden, wie es eine im vergangenen Januar veröffentlichte Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) darstellt. Demnach sollen allein im Schiefergestein zwischen 380 bis 2.030 Milliarden Kubikmeter an Erdgas verfügbar sein. Davon sind jedoch längst nicht alle Mengen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht auch förderbar. In den USA, in denen Schiefergas bereits seit vielen Jahren gefördert wird, liegen die Produktionsraten zwischen 20 und 30 Prozent.

Geht man im Rahmen einer sehr konservativen Rechnung nun davon aus, dass sich hierzulande 10 Prozent der Vorkommen auch tatsächlich fördern lassen, ergibt sich eine technisch gewinnbare Erdgasmenge von bis zu 2.030 Milliarden Kubikmeter, was etwa dem 200-fachen der derzeitigen Jahresproduktion entspricht. Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland benötigt pro Jahr etwa 600 Kubikmeter Erdgas. Die Menge würde also ausreichen, um alle Haushalte in Deutschland über 80 Jahre hinweg mit Erdgas zu versorgen. Der Nachteil: Ohne die Anwendung des umstrittenen Frackings lassen sich diese Vorkommen nicht nutzen. Nicht eingerechnet sind dabei die verbleibenden Mengen aus konventionellen Lagerstätten sowie aus Kohleflözen.

Weiterführender Artikel: Wie entstand Erdgas?

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