Sektorenkopplung: Neue Wege im Klimaschutz

Sektorenkopplung: Neue Wege im Klimaschutz

Sektorenkopplung: Neue Wege im Klimaschutz
Foto © FW-Fotografie / pixelio.de

Der Strom aus der Steckdose stammt aus Windkraft – oder sogar aus der privaten Photovoltaik-Anlage. Doch für die Raumwärme sorgt nach wie vor die Ölheizung und das Auto in der Garage fährt mit Benzin. Genau dieses Dilemma steht einem erfolgreichen Klimaschutz derzeit noch im Weg. Der neue Schlüsselbegriff der Energiepolitik lautet folglich Sektorenkopplung – gemeint ist die vernetzte Optimierung der Bereiche Elektrizität, Wärmeversorgung und Mobilität. Die Unternehmensberatung enervis hat in einer aktuellen Studie verschiedene Möglichkeiten der Sektorenkopplung unter die Lupe genommen. Weiterlesen

Forscher schlagen Erweiterung nationaler Erdgasspeicher & europäischer LNG-Terminals vor

Ben Dobrunz / pixelio.de

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Nach sechs Monaten könnte allerdings eine Versorgungslücke von etwa drei Milliarden Kubikmetern entstehen. Bei einem Jahresverbrauch in Deutschland von knapp 84 Milliarden Kubikmetern sind das etwa 3,6 Prozent. Nach neun Monaten würde die Lücke sogar 12 Milliarden Kubikmeter betragen. Hier verweisen die Forscher darauf, dass hierzulande in insgesamt 51 unterirdischen Erdgasspeichern rund 24 Milliarden Kubikmeter in Reserve gehalten werden können. Diese Kapazitäten sind europaweit die höchsten und werden derzeit deutlich ausgebaut. Dazu existiert eine hervorragende Vernetzung zu den großen LNG-Terminals in Rotterdam, Niederlande, sowie im belgischen Zeebrügge. Eine Aufstockung der Kapazitäten um 65 Milliarden Kubikmeter LNG würde die Versorgung in ganz Europa über sieben Monate sichern. Weiterlesen

Russland droht, die Gasversorgung für Westeuropa einzuschränken – ist meine Versorgung sicher?

Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Vollständiges Erdgas-Embargo unwahrscheinlich aber möglich

Ein vollständiger Lieferstopp Russlands nach Westeuropa gilt als unwahrscheinlich, da der Erdgas-Export die für Russland mit Abstand wichtigste Einnahmequelle darstellt. Ein umfassendes Embargo gegen die Hauptabnehmer-Staaten könnte allein schon mangels leistungsfähiger Transportnetze in andere Richtungen kurz- und mittelfristig nicht durch andere Abnehmer ausgeglichen und wirtschaftlich über keinen großen Zeitraum durchgehalten werden. Das gilt auch, obwohl Russland beispielsweise mit China milliardenschwere Erdgas-Verträge abgeschlossen hat. Zudem muss sich Russland überlegen, dass der Westen im Falle massiver Lieferbeschränkungen in einem überschaubaren Zeitraum Versorgungsalternativen etablieren könnte, wodurch eine zukünftige Abnahme auch nach einer Entspannung der Situation gefährdet wäre.

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Erdgasversorgung in Deutschland

Rolf Kurschat / pixelio.de

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Erdgas wird in Deutschland auch in Zukunft eine große Rolle spielen – insbesondere bei der Wärmeversorgung. Daran ändert auch die Energiewende wenig. Denn die erneuerbaren Energien kommen bevorzugt beim Strom zum Einsatz, in anderen Bereichen haben sie eine geringere Bedeutung.

Die Bundesrepublik ist neben Großbritannien und Italien der größte Gasmarkt in Europa. Die deutsche Erdgasversorgung ist durch eine hohe Importabhängigkeit gekennzeichnet. Nur sechs Prozent des Gasverbrauchs hierzulande stammen aus heimischer Erzeugung, das Gros von 94 Prozent muss über Pipelines aus verschiedenen Lieferländern eingeführt werden. Hauptlieferant für Gas ist nach wie vor Russland, das für mehr als ein Drittel Erdgasversorgung in Deutschland steht. Rund die Hälfte der russischen Lieferung erfolgt über die Nord Stream-Pipeline in der Ostsee und Polen, die andere Hälfte über Tschechien. Fast ebenso bedeutend sind die Niederlande und Norwegen als Lieferanten mit Anteilen von je 31 Prozent. Kleinere Mengen werden aus Dänemark, Großbritannien und anderen Ländern bezogen.

Deutsche Erdgasversorgung fußt auf drei Säulen

Trotz der hohen Importabhängigkeit ist die deutsche Erdgasversorgung bislang nie ernsthaft gefährdet gewesen. Das gilt auch unter Berücksichtigung des hohen russischen Anteils und der Unwägbarkeiten in den Beziehungen zu Russland. Selbst auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise und im Angesicht der westlichen Sanktionen standen die russischen Gaslieferungen nie ernsthaft in Frage. Die Erdgasversorgung aus dem Osten lief – von kleineren Störungen abgesehen – reibungslos weiter. Inzwischen hat sich die Lage um die Ukraine beruhigt, auch wenn der Konflikt nicht gelöst ist. Mit den großen Lieferanteilen aus Norwegen und den Niederlanden fußt die deutsche Erdgasversorgung außerdem auf drei Säulen, es besteht also keine einseitige russische Abhängigkeit. Das wird sich auch in Zukunft nicht grundlegend ändern.

Mit acht Milliarden Kubikmetern ist die deutsche Erdgasförderung 2016 leicht rückläufig gewesen. Die ergiebigsten Erdgasfelder befinden sich in Niedersachsen im Bereich der Norddeutschen Tiefebene. Alle anderen Fördergebiete (Thüringer Becken, südliches Bayern) sind dagegen vernachlässigenswert. Welche Potentiale künftig durch Ausbeutung unkonventioneller Lagerstätten (Schiefergas, Kohlegas usw.) erschlossen werden könnten, lässt sich derzeit nur schwer abschätzen. Der Widerstand gegen „Gas-Fracking“ ist in Deutschland jedenfalls groß. Anders sieht das bei Biogas aus. Das „grüne Gas“ aus erneuerbaren Rohstoffen (Biomasse) liegt im Trend der Energiewende, kann aber nur eine kleine Ergänzung der Erdgasversorgung sein.

Erdgas ist Wärmequelle Nummer eins

Neben Mineralöl ist Erdgas die wichtigste „Energiequelle“ in Deutschland und liegt noch deutlich vor den erneuerbaren Energien. Erdgas und andere Gase trugen 2016 22,6 Prozent zum Pimärenergieverbrauch bei. Der Gasanteil ist dabei in den letzten Jahren sogar noch gestiegen. Das Gros – rund 90 Prozent – des Gasverbrauchs fließt in die Wärmeerzeugung. Bei der deutschen „Wärmeproduktion“ ist Gas mit einem 44 Prozent-Anteil der wichtigste Energieträger. Eine gewisse Bedeutung haben Erd- und Biogas auch als Fahrzeug-Treibstoffe erlangt. Auf deutschen Straßen sind bereits mehr als eine halbe Million gasbetriebene Fahrzeuge unterwegs – mehr als zehnmal so viele wie Elektro-Autos.

Als „Wärmequelle“ ist Erdgas in Deutschland einstweilen unverzichtbar. Das wird auch in Studien bestätigt. Trotz des weltweit gestiegenen Verbrauchs haben sich seit 1980 die bekannten Gasreserven auf unserem Globus um mehr als 160 Prozent erhöht. Dennoch ist Erdgas eine erschöpfbare Ressource, die daher besonders effizient genutzt werden sollte.

Erdgas – Die sichere Energiequelle

Paulwip / pixelio.de

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Aus heutiger Sicht unglaublich ist, dass Erdgas bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts noch fast generell als ein unbrauchbares Nebenprodukt bei der Erdölförderung kurzerhand abgefackelt wurde. Auch in der Gegenwart wird dies in einigen Regionen der Welt, in denen die Mittel und die Infrastruktur zur Nutzung von Erdgas fehlen, noch praktiziert. Dabei ist Erdgas ein wichtiger fossiler Energieträger, der mit der Verknappung anderer fossiler Energieträger, wie Öl, in Zukunft immer bedeutender wird. Weiterlesen