Wie wird Biogas produziert?

Thomas Max Müller / pixelio.de

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Aus Bioabfall wird in der Vorgrube ein wertvoller Rohstoff

Am Anfang der Produktion von Biogas stehen Feld, Stall oder auch die Biotonne in Haushalten und Betrieben. In der Landwirtschaft entstehen Bioabfälle. Das sind Pflanzenteile, die nicht weiter verwertet werden können und auch nicht als Viehfutter infrage kommen. Aus der Tierhaltung bleiben Mist und Gülle übrig und auch im privaten Bereich oder in Unternehmen fallen Speisereste und andere biologisch abbaubare Abfälle an. Dazu kommen sogenannte Energiepflanzen. Das sind eigens zur Herstellung von Biogas angebaute Pflanzen. Es kann sich dabei um Mais, Getreide oder auch Schilfgras handeln. All das kann in einer Biogas-Anlage verwertet werden.

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Welche Vor- & Nachteile hat Biogas?

Tony Hegewald / pixelio.de

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Biogas ist die zu 100 Prozent klimaneutrale Alternative zu Erdgas. Es wird durch die Vergärung von biologischen Materialien in Biogasanlagen gewonnen und zählt daher nicht zu den fossilen Brennstoffen. Ganz grundsätzlich steckt hinter der Biogas-Idee natürlich der Kreislauf-Gedanke. Wir produzieren Abfälle, von denen viele biologisch abbaubar sind. Alleine über den Bio-Hausmüll kommen so jährlich knapp vier Millionen Tonnen zusammen. Dazu kommen deutschlandweit 160 Millionen Kubikmeter Gülle sowie gigantische Mengen an Vieh-Mist und Pflanzenabfällen aus der Landwirtschaft. Diese Biomasse zersetzt sich in jedem Fall. Bei einer offenen Kompostierung, Deponierung oder Verbrennung jedoch kann das Grundwasser leiden und entstehende Biogase entweichen in die Atmosphäre, wo sie den Treibhauseffekt verstärken. Stattdessen ist es möglich, diese ohnehin anfallenden Abfälle in eine Biogas-Anlage zu leiten, wo die Vergärung unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff in einem geschlossenen Gärkessel erfolgt.

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Aus organischen Abfällen & Energiepflanzen entsteht ein wertvoller Brennstoff

Philipp Pohlmann / pixelio.de

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Die Bildung von Biogas unterscheidet sich grundlegend von der von Erdgas. Während letzteres in einem Prozess von etwa 600 Millionen Jahren in abgeschlossenen Kammern tief im Erdreich entstanden ist, wird Biogas in wenigen Wochen produziert. Ort des Geschehens sind sogenannte Biogas-Anlagen, in denen der Rohstoff oder die vergärbare Biomasse angeliefert und vorbereitet wird. Im Gärkessel machen sich dann Mikroorganismen an die Arbeit, das Material zu zersetzen. Hierbei wird das Biogas freigesetzt. Danach muss es jedoch noch einmal bearbeitet werden, weil es als Produkt der natürlichen Vergärung einen etwas niedrigeren Brennwert hat als Erdgas. Um es ins Netz einspeisen zu können, muss der Methan-Anteil erhöht werden. Als Nebenprodukt fällt hier hochwertiger Dünger an. Außerdem wird ein kleiner Teil des Biogases genutzt, um daraus Strom zu erzeugen und um über ein Biogas-Kraftwerk das Nahwärme-Netz zu versorgen.

Biogas – Das Brennstoff-Gas, das unter anderem aus Pflanzen entsteht

Bernd Kasper / pixelio.de

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Als Nebenprodukt entsteht Biogas schon seit Jahrtausenden immer dann, wenn organische Abfälle kompostiert werden. Es ist nämlich eines der Abbauprodukte, die bei der Zersetzung von organischem Material durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze entstehen. Bei der offenen Kompostierung weicht es ungehindert und ungenutzt in die Atmosphäre ab. Die Herstellung von Biogas in entsprechenden Anlagen ändert das. Hier wird eine vergärbare Biomasse, das sind organische Stoffe wie Pflanzen oder Ausscheidungen, in einem Behälter eingeschlossen, wo sie von den Mikroorganismen zersetzt werden. Das Gas wird gespeichert und gezielt einer Aufbereitungsanlage zugeführt, von wo aus es in das normale Erdgas-Netz eingespeist werden kann. Als Nutzung von Energie, die bei der Zersetzung von organischem Material ohnehin anfällt, kann Biogas also offensichtlich einen sehr sinnvollen Beitrag leisten. Weiterlesen