Biogas – der CO2 neutrale Brennstoff

Biogas oder Biomethanol ist die zu 100 Prozent klimaneutrale Alternative zu Erdgas. Es wird durch die Vergärung von biologischen Materialien in Biogasanlagen gewonnen und zählt daher auch nicht zu den fossilen Brennstoffen.

Energie aus Wald, Feld und Flur: Die Herstellung von Biogas

Biogas wird durch die Fermentation (Vergärung) von Biomasse gewonnen. Derzeit gibt es in Deutschland rund 9.000 Biogasanlagen. Dabei kann es sich z. B. um Dung, Gülle, Grünschnitt oder Kompost handeln – also Abfallprodukte. Hinzu kommen Energiepflanzen, die extra zum Zweck der Energiegewinnung angebaut werden. Typische Beispiele sind Mais und Schilfgras.

Das in den Biogasanlagen hergestellte Gas ähnelt bereits dem Erdgas, enthält jedoch häufig noch unerwünscht hohe Mengen an Wasserdampf und Kohlendioxid, die nach der Erzeugung abgetrennt werden. Nach diesem Vorgang liegt Rohbiogas vor. Im Vergleich zu Erdgas hat es noch einen relativ geringen Anteil an Methan, der in der Regel zwischen 45 und 70 Prozent liegt. Zum Vergleich: Der Methangehalt von Erdgas liegt meist bei über 80 Prozent. Wie hoch der Heizwert des Biogases im Endeffekt ausfällt, ist auch von den verwendeten Substraten abhängig.

Damit nun Erdgasqualität erreicht werden kann, wird das Rohbiogas im Zuge eines aufwendigen Reinigungsprozesses weiter aufgewertet. Das Endprodukt wird dann als Biomethan oder Bioerdgas bezeichnet und verfügt über einen ähnlichen Heiz- bzw. Brennwert wie fossiles Erdgas. Mehr zur Produktion von Biogas erfahren Sie hier!

Stellenwert von Biogas in der heutigen Energieversorgung

Ein wichtiger Vorteil von Biogas liegt in der dezentralen Energiegewinnung. Diese lässt sich schon aus der Anlagenanzahl allein in Deutschland ermessen. Durch Biogasanlagen werden regionale Wirtschaftskreisläufe gefördert und Deutschland insgesamt unabhängiger von Energieimporten, wie sie beim Erdgas noch die Regel darstellen. Noch spielt Biogas aber eine zu geringe Rolle, um als Königsweg betrachtet werden zu können. Der Anteil am Gesamtverbrauch liegt gegenwärtig bei gerade einmal 0,6 Prozent. Das entspricht fünf Milliarden Kilowattstunden bei einem Gesamtverbrauch von 840 Milliarden Kilowattstunden. Biogas ist also noch weit davon entfernt, bei der Energieversorgung einen Stellenwert einzunehmen, der dem des Erdgases auch nur ansatzweise entspricht.


Abermals Mängel an Biogasanlagen festgestellt

Aufbereitung von Biogas

Biogasaufbereitung
© Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Sie sind längst nicht immer die willkommensten Nachbarn, denn sie können Lärm und üblen Geruch verursachen. Die Rede ist von Biogasanlagen. Eigentlich eine zukunftsweisende Technologie, wurde in der Vergangenheit immer wieder Kritik laut, nachdem man Mängel an einzelnen Biogasanlagen festgestellt hatte. Weiterlesen

Biogasaufbereitung

Inhalt:

  1. Notwendigkeit der Biogasaufbereitung
  2. Reinigung und Veredelung: Aus Biogas wird Biomethan
  3. Entschwefelung und Trocknung von Rohbiogas
  4. Trocknung
  5. Kohlendioxidabscheidung
  6. Sauerstoffentfernung
  7. Entfernung von Spurgasen
  8. Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität

1. Notwendigkeit der Biogasaufbereitung

Aufbereitung von Biogas

Biogasaufbereitung
© Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Sowohl die Erzeugung als auch die Nutzung von Biogas haben in den vergangenen Jahren seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 und dessen Novellierung im Jahr 2004 stark zugenommen. Förder- und Marktanreizprogramme zur Aufbereitung von Biogas vonseiten des Staates taten ihr übriges, um diese Entwicklung noch weiter zu beschleunigen. Die Nutzung von Biogas kann in ganz erheblichem Maße dazu beitragen, die Klimaziele der Bundesregierung schon in absehbarer Zeit zu erreichen. Biogas ermöglicht im Gegensatz zu vielen anderen erneuerbaren Energieträgern eine bedarfsgerechte Stromerzeugung und kann in Zeiten geringen Strombedarfs gespeichert werden. Deshalb ist auch zu erwarten, dass die Rolle von Biogas in Zukunft immer wichtiger werden wird. Weiterlesen

BIOGAS Convention Hannover – in Kooperation mit der EnergyDecentral

Podiumsdiskussion 'Biogas Convention'; v.l.n.r.: Dr.-Ing. Bernd Krautkremer, Leiter der Abteilung Bioenergie-Systemtechnik am Fraunhofer IWES; Dr. Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz BUND Naturschutz; Horst Seide, Praesident Fachverband Biogas; Moderator Andreas Neumann, Leiter der ARD-Aktuell/ Tagesschauredaktion von Radio Bremen; Dr.-Ing.Anke Tuschek, Mitglied der Hauptgeschäftsführung Märkte und Energieeffizienz, BDEW - Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. ; Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes; Helmut Lamp, Ehrenpräsident des BBE

Biogas Convention in Hannover
© biogas-convention.com

Es war im Dezember 1991, als sich die damaligen Pioniere der Biogasbranche erstmals in der Bauernschule Hohenlohe zur Jahrestagung trafen. Mittlerweile findet das Branchentreffen zum 26. Mal statt. Vieles ist heute anders: Erstmals trifft man sich nicht zum Jahresanfang, sondern bereits im November – und das mit einem neuen Partner. Die BIOGAS Convention Hannover findet in diesem Jahr vom 15. bis 18. November 2016 parallel zur Fachmesse EnergyDecentral statt. Der Fachverband BIOGAS kooperiert zu diesem Zweck mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und hofft so von den internationalen Kontakten der Fachorganisation zu profitieren. Weiterlesen

Biogas aus Algen

Biogas aus Algen

Biogas aus Algen
© Sabine Holtermann / pixelio.de

Um Biogas zu erzeugen, werden bereits viele landwirtschaftliche Produkte wie z. B. Mais, Dung, Bioabfälle oder Stroh herangezogen. Bald könnte zur Biogasherstellung ein neuer Rohstoff hinzukommen, der bereits jetzt vielversprechende Ergebnisse abliefert: Biogas aus Algen. Weiterlesen

Biogas als speicherbare Energiequelle

Philipp Pohlmann / pixelio.de

Philipp Pohlmann / pixelio.de

Anreize für flexiblere Anlagen nötig

Die Bedeutung von Biogas als speicherbare Energiequelle könnte nach Einschätzung der Branche künftig noch weiter steigen. Voraussetzung dafür sei jedoch die Schaffung von entsprechenden Anreizen für eine flexiblere Ausrichtung der Anlagen, so der Sprecher des Fachverbandes Biogas, Alexander Knebel, im Rahmen der Jahrestagung „Biogas 2016“ in Nürnberg.

Eine flexiblere Ausrichtung würde bedeuten, dass die Anlagen dazu in die Lage versetzt werden, bedarfsgerecht Strom zu liefern. Sowohl Biogas als auch elektrische Energie sollen vor allem dann geliefert werden, wenn sich der Bedarf über Windräder und Solaranlagen gerade nicht abdecken ließe, so Knebel. Weiterlesen