Welche Vor- & Nachteile hat Biogas?

Tony Hegewald / pixelio.de

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Biogas ist die zu 100 Prozent klimaneutrale Alternative zu Erdgas. Es wird durch die Vergärung von biologischen Materialien in Biogasanlagen gewonnen und zählt daher nicht zu den fossilen Brennstoffen. Ganz grundsätzlich steckt hinter der Biogas-Idee natürlich der Kreislauf-Gedanke. Wir produzieren Abfälle, von denen viele biologisch abbaubar sind. Alleine über den Bio-Hausmüll kommen so jährlich knapp vier Millionen Tonnen zusammen. Dazu kommen deutschlandweit 160 Millionen Kubikmeter Gülle sowie gigantische Mengen an Vieh-Mist und Pflanzenabfällen aus der Landwirtschaft. Diese Biomasse zersetzt sich in jedem Fall. Bei einer offenen Kompostierung, Deponierung oder Verbrennung jedoch kann das Grundwasser leiden und entstehende Biogase entweichen in die Atmosphäre, wo sie den Treibhauseffekt verstärken. Stattdessen ist es möglich, diese ohnehin anfallenden Abfälle in eine Biogas-Anlage zu leiten, wo die Vergärung unter Ausschluss von Licht und Sauerstoff in einem geschlossenen Gärkessel erfolgt.

Derzeit sind in Deutschland bereits rund 8.000 Biogas-Anlagen in Betrieb –  mit steigender Tendenz. Das heißt, den biologischen Abfall, den wir produzieren, können wir hier nutzen, um daraus Energie zu gewinnen. So wird die Umwelt durch die Verhinderung einer offenen Entsorgung entlastet sowie verfügbare fossile Energieträger geschont.

Vorteil von Biogas: CO2-neutral und vor Ort produzierbar

Ein weiterer Vorteil von Biogas ist, dass seine Verbrennung in der Biogasanlage CO2-neutral erfolgt. Das wiederum heißt, dass die Pflanzen, die entweder direkt in der Biogas-Anlage vergoren werden oder den Umweg über das Verdauungssystem von Nutztieren nehmen, in der Vergangenheit genau die Menge an CO2 gebunden haben, die bei der Verbrennung des späteren Biogases wieder freigesetzt werden. Es kommt durch Biogas also zu keinem zusätzlichen Ausstoß von CO2.

An der Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland wird auch erkennbar, dass dieser Energieträger dezentral gewonnen werden kann. Es handelt sich also um einen Brennstoff, der regional „Made in Germany“ produziert wird. Dadurch werden längere Transportwege vermieden und ein Beitrag zur Energieunabhängigkeit Deutschlands geleistet.

Nachteile: Auch Biogas steht in der Kritik

Die Vorteile, die Biogas zu bieten hat, hören sich gut an. Aber, wie steht es um die Nachteile von Biogas? Hier muss zunächst festgehalten werden, dass derzeit in Deutschland knapp 500 Millionen Kubikmeter Biogas oder fünf Milliarden Kilowattstunden (kWh) in das Erdgasnetz eingespeist werden. Das sind bei einem Gesamtverbrauch von 840 Milliarden kWh aber nur 0,6 Prozent. Das heißt, der Beitrag, den Biogas gegenwärtig zur Gasversorgung leistet ist denkbar gering. Auch beim Aufkommen von Hausmüll ist die Biotonne als Lieferant für den Rohstoff einer Biogas-Anlage „nur“ mit 3,8 Millionen Tonnen oder einem Prozent der Gesamtmenge beteiligt.

Energiepflanzen binden Anbaufläche und öffnen Genmanipulation die Türe

Um hier ein größeres Volumen zu erreichen werden spezielle Energiepflanzen angebaut. Sie gedeihen nur aus dem Grund, um aus ihnen Biogas zu produzieren. Das ruft aber ethische Bedenken hervor und verringert zudem die für die Lebensmittelproduktion nutzbare Fläche. Preissteigerungen für Brot und andere Grundnahrungsmittel könnten hier die Folge sein. Außerdem kann es passieren, dass Genmanipulationen bei Energiepflanzen nicht verhindert werden können. Da sich Felder für Energie- und Lebensmittelpflanzen aber in unmittelbarer Nachbarschaft befinden können, besteht die Möglichkeit, dass genetisch veränderte Samen den gegenüber liegenden Acker erreichen können.

Massentierhaltung bringt viel Gülle

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich darauf, dass in Biogas-Anlagen auch Gülle eingesetzt wird. Diese tierischen Ausscheidungen fallen aber in nennenswertem Umfang hauptsächlich in der Massentierhaltung an. Ein Ausbau der Biogas-Kapazitäten könnte daher ungewollt zu einer Förderung dieser Haltungsmethode führen, was dem Tierschutz aber auch dem Wunsch der Verbraucher nach hochwertigen Fleischprodukten widerspricht. Abschließend muss auch erwähnt werden, dass Biogas teuer ist. Sein Preis liegt um etwa ein Drittel über dem von Ökogas.

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