Finanzierung von Biogasanlagen: Diese Möglichkeiten gibt es

Finanzierung von Biogasanlagen

Finanzierung von Biogasanlagen: Diese Möglichkeiten gibt es
Foto © Thorben Wengert / pixelio.de

Eine Biogasanlage ist eine langfristige Investition, die im Idealfall nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch rentabel ist. Doch natürlich bringt die Errichtung der Anlage erhebliche Kosten mit sich, die für den Betreiber schwer aus eigener Tasche zu stemmen sind. Für die Finanzierung von Biogasanlagen bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten an, die alle ihre Vor- und Nachteile haben und auch an die Gesellschaftsform gekoppelt sind. In den meisten Fällen nutzen Unternehmer eine Kombination verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten, um die nötigen Mittel für ihr Projekt bereitzustellen.

Projektfinanzierung setzt Eigenmittel voraus

Egal für welches Finanzierungskonzept man sich entscheidet – ein Mindestanteil an Eigenkapital gilt in der Regel als Voraussetzung, um private oder staatliche Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Neben Barvermögen zählen auch sogenannte Sacheinlagen zum Eigenkapital, darunter versteht man die zum Betrieb der Anlage nötigen Mittel. Stehen nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung, so kann die Suche nach Partnern sinnvoll sein. Über Fondsgesellschaften oder zusätzliche Anteilseigner lässt sich der Anteil an Eigenmitteln erhöhen.

Bankkredite – der Weg zur Hausbank

Bankkredite sind eine zentrale und häufig genutzte Möglichkeit zur Finanzierung von Biogasanlagen. Ein schlüssiges Anlagenkonzept und nicht zuletzt die eigene Bonität sind entscheidende Kriterien dafür, ob die Hausbank das Projekt befürwortet. Darüber hinaus informiert die Hausbank über weitere Fördermöglichkeiten und leitet Anträge an entsprechende Institutionen weiter.

Förderkredite für Biogasanlagen

Unter Förderkrediten versteht man langfristige Darlehen, die zu günstigeren Konditionen als herkömmliche Bankkredite gewährt werden. So liegen die Zinsen unterhalb des am freien Markt üblichen Niveaus und die ersten Jahre sind häufig tilgungsfrei. Vergeben werden diese Darlehen sowohl von öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten als auch von sogenannten Ökobanken. In strukturschwachen Regionen fördert auch die Europäische Investitionsbank (EIB) die Errichtung von Biogasanlagen.

Öffentliche Fördermittel

Eine wichtige Hilfe zur Finanzierung von Biogasanlagen sind öffentliche Fördergelder, die auf sämtlichen institutionellen Ebenen vergeben werden: auf EU-Ebene, aber auch von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden. Sogenannte Investitionszuschüsse werden einmalig gewährt und müssen in der Regel nicht rückgezahlt werden. Sie fließen daher in das Eigenkapital mit ein. Investitionszulagen sind im Unterschied dazu keine direkten Zuschüsse, sondern steuerliche Begünstigungen, die unter bestimmten Voraussetzungen wirksam werden. Eine wichtige Finanzierungshilfe sind darüber hinaus die nach dem EEG garantierten Einspeisevergütungen.

Fonds als Finanzierungsquellen

Die Finanzierung über Fonds ist eine immer häufiger genutzte Möglichkeit, um Bioenergie-Projekte zu realisieren. Projekt- oder Beteiligungsfonds stellen eigentlich von Privatanlegern und vermögenden Investoren genutzte Anlageformen dar. Die Investoren werden zu Mitgesellschaftern, die an den Gewinnen des Projekts, aber auch an möglichen Verlusten beteiligt sind. Mittlerweile gibt es Finanzdienstleister, Agenturen und Fondsmanager, die sich auf die Finanzierung von Projekten im Bereich nachhaltiger Energieversorgung spezialisiert haben.

Contracting

Eine alternative Form der Finanzierung ist das sogenannte Contracting. Bei diesem Geschäftsmodell werden Energiedienstleistungen an einen Spezialisten ausgelagert. Beispielsweise plant, finanziert, baut und erhält ein sogenannter Contractor eine Biogasanlage und verkauft die Wärmeenergie dem Contracting-Nehmer zu einem fixierten Preis. Nach Ablauf einer vertraglich vereinbarten Zeit geht die Anlage in den Besitz des Gebäudeeigentümers über.

Fundiertes Anlagenkonzept als Voraussetzung

Egal welche Möglichkeiten der Projektfinanzierung man nutzt: Eine wesentliche Voraussetzung, um potentielle Geldgeber zu überzeugen, ist ein schlüssiges Anlagenkonzept. Neben der Wirtschaftlichkeit der Anlage können auch ökologische Aspekte ein entscheidendes Kriterium sein, um Fördermittel für Biogasanlagen in Anspruch nehmen zu können. In jedem Fall sollte das Anlagenkonzept klar verständlich darlegen, dass die Biogasproduktion langfristige Erfolgsaussichten hat und auf einem ökonomisch und ökologisch sicheren Fundament ruht.

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