Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern: Aktuelle Trends und Entwicklungen

Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern

Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern
Foto © Hartmut910 / pixelio.de

Als dauerhaft verfügbare Energieträger sind sie eine wichtige Ergänzung zur fluktuierenden Wind- und Sonnenenergie: Biomasse und Biogas haben gerade in ländlich geprägten Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern hohes Potential. Das Flächenland Bayern steht unangefochten an der Spitze, was die Anzahl an Biogasanlagen betrifft. Dafür hat Mecklenburg-Vorpommern mit dem BioEnergie-Park Güstrow die weltweit größte Biogasanlage vorzuweisen, und auch die Anzahl an dezentralen Anlagen nimmt seit Jahren zu.

Mecklenburg-Vorpommern: Günstige Voraussetzungen für Biogas

Mit nur 70 Einwohnern pro Quadratkilometer hat Mecklenburg-Vorpommern die geringste Bevölkerungsdichte innerhalb Deutschlands. Nach wie vor zählt die Landwirtschaft – neben Tourismus und Industrie – zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Einspeisevergütungen für Ökostrom haben zahlreichen Landwirten die Erzeugung von Biogas als zusätzliche Einnahmequelle schmackhaft gemacht. Energiepflanzen wie Mais, Raps oder Zuckerrüben kommen dafür in Frage, aber auch land- und forstwirtschaftliche Nebenprodukte wie Gülle, Bioabfälle und Restholz.

Biogasanlagen auf dem Vormarsch

Die Anzahl an Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist in den letzten Jahren stetig gewachsen: von 162 im Jahr 2008 auf 250 Anlagen im Jahr 2014 – aktuellere Daten liegen derzeit nicht vor. Allerdings sind diese Zahlen nur bedingt aussagekräftig, denn seit 2011 hat sich der Zählmodus geändert. Seither werden viele Anlagen zusammengefasst gezählt, wodurch sich die Anzahl zwischenzeitlich sogar verringert hat. Wesentlich aufschlussreicher ist ein Blick auf die Leistungsstatistik: Hier zeigt sich, dass sich die Stromerzeugung aus Biogas allein im Zeitraum 2010 bis 2015 verdoppelt hat – von 1.020 Millionen Kilowattstunden auf 2.050 Millionen Kilowattstunden. Der Anteil der Biogas-Stromerzeugung an der Brutto-Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern ist damit von 11,4 auf 14,7 Prozent angewachsen.

Rückläufig ist hingegen der Anteil des Biogases an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Er ist von gut 27 Prozent im Jahr 2012 auf 21 Prozent im Jahr 2015 gesunken. Der Grund: Die Strombereitstellung aus Windkraft hat im gleichen Zeitraum kräftig zugelegt.

Ebenfalls zugenommen hat die Größe der Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2012 brachte es eine durchschnittliche Anlage auf eine Leistung von 688 Kilowatt, 2008 waren es im Schnitt noch 473 Kilowatt. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. In Bayern, das Bundesland, das die größte Anzahl an Biogasanlagen vorweisen kann, lag die durchschnittliche Anlageleistung im Jahr 2012 bei weniger als 350 Kilowatt.

Biogas-Aufbereitung – der neue Trend

Neue Wege beschreitet Mecklenburg-Vorpommern im Bereich der Biomethan-Aufbereitung. Die Veredelung von Biogas zu Methan ist eine vielversprechende Entwicklung, die erst in den letzten Jahren zunehmend realisiert wird. Rentabel ist eine solche Aufbereitung vor allem in größeren Biogasanlagen. Neben Sachsen-Anhalt zählt Mecklenburg-Vorpommern dabei zu den Pionieren, 15 solcher Aufbereitungsanlagen mit einer durchschnittlichen Aufbereitungskapazität von 21.304 Normkubikmeter pro Tag (Nm3/d) zählte man im Jahr 2014.

Energiepflanzen: Zankapfel Mais

Doch der Trend zu Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern ist nicht unumstritten. Vor allem der dafür nötige Maisanbau ist Kritikern ein Dorn im Auge. Die Energiepflanze gilt als sehr effektiv bei der Stromerzeugung. Zwar sind die bis zu drei Meter hohen Pflanzen im Landschaftsbild recht auffällig, ein Blick in die Statistik zeigt jedoch: Gerade einmal vier Prozent der landwirtschaftlich Flächen wurden im Jahr 2011 für den Anbau von Mais für Biogasanlagen genutzt.

1 Kommentar

  1. avatar

    Die Milchkuh als Biogaserzeuger von CH4 welches 25mal so schädlich ist als CO2.

    Ich habe eine Möglichkeit gefunden das Gas, welches von den Milchkühen hinten und
    vorn ausgeatmet wird aufzufangen,zu speichern und bei Bedarf zu Verstromen.Bei
    vorhandener Biogasanlage kann man das Gas direkt verwerten und dafür den Maisanbau
    reduzieren, das ist ein Anbau ohne Aussat und eine Ernte ohne die Umwelt belastenden
    Schlepperfahrten. Auch das Auto kann man damit fahren und problemlos in gewohnter
    Zeit volltanken,was bei Elektroantrieben so nicht möglich ist und riesige Warteschlangen an den Autobahnraststellen verursacht.

    Der Umweltschaden, der momentan durch das Gas entsteht lässt sich auf mehrere
    MILLIARDEN € Beziffern.

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