Biogas als speicherbare Energiequelle

Philipp Pohlmann / pixelio.de

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Anreize für flexiblere Anlagen nötig

Die Bedeutung von Biogas als speicherbare Energiequelle könnte nach Einschätzung der Branche künftig noch weiter steigen. Voraussetzung dafür sei jedoch die Schaffung von entsprechenden Anreizen für eine flexiblere Ausrichtung der Anlagen, so der Sprecher des Fachverbandes Biogas, Alexander Knebel, im Rahmen der Jahrestagung „Biogas 2016“ in Nürnberg.

Eine flexiblere Ausrichtung würde bedeuten, dass die Anlagen dazu in die Lage versetzt werden, bedarfsgerecht Strom zu liefern. Sowohl Biogas als auch elektrische Energie sollen vor allem dann geliefert werden, wenn sich der Bedarf über Windräder und Solaranlagen gerade nicht abdecken ließe, so Knebel.

Flexibilisierung von Biogasanlagen

Gegenwärtig sind in Deutschland rund 9.000 Biogasanlagen in Betrieb, die zusammen 4.200 Megawatt erzeugen. Vom Fachverband Biogas werden derzeit 4.800 Betreiber solcher Anlagen vertreten. Bislang wurden etwa 800 Anlagen dem Vorhaben gemäß flexibler gestaltet. Dort wird das Biogas in den Zeiten zur Stromerzeugung eingesetzt, wenn die Nachfrage allein durch Windkraft und Photovoltaik nicht gedeckt werden kann. Biogas vereint somit zwei wesentliche Vorteile: Es kann den Strom liefern, wenn er benötigt wird und erzeugt nebenbei noch Wärme, die sich beispielsweise über örtliche Nahwärmenetze an Haushalte und öffentliche Einrichtungen verteilen lässt.

Für eine flächendeckende Umrüstung von Biogasanlagen bedarf es aber auch der entsprechenden Rahmenbedingungen vonseiten der Bundesregierung. Um die Attraktivität der damit verbundenen Investitionen zu steigern, sollten Lieferungen von Strom aus Biogas künftig ausgeschrieben werden. Auf diesem Wege sollten Anlagenbetreiber eine höhere Vergütung als die 12 Cent pro kWh bei Neuanlagen erhalten. Der Verband geht davon aus, dass die Rolle von Biogas in Zukunft an Relevanz gewinnen wird.

Ausschreibung von Strom aus Biogas ins Gesetz aufnehmen

Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas, fordert, dass die Ausschreibung von Strom aus Biogas noch in der für 2016 geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verankert werde. Seide wolle die Regelung verbindlich im Gesetz haben, wobei er sich auf die von Berlin geplante Verordnungsermächtigung bezieht. Sie solle nicht auf die lange Bank geschoben werden, so Seide. Im schlimmsten Fall drohe sonst eine Stilllegungswelle. Die beträfe zuerst ältere Biogasanlagen, für die mittlerweile teure Reparaturen anstünden. Die Betreiber würden allerdings nur dann Geld in ihre Anlagen stecken, wenn sie halbwegs sicher sein könnten, dass der dort produzierte Strom auch in ausreichendem Maße vergütet werde.

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