Aufschwung beim Biogas in Frankreich

Biogasanlage_by_Susanne BeeckDauerhafte Steuerbefreiung und neue Einspeisetarife machen Produktion lukrativer

Frankreichs Biogasbranche befindet sich derzeit im Aufschwung. Den Anfang machte eine Erhöhung der Einspeisevergütungen im vergangenen Jahr gefolgt von einem Ausschreibungsverfahren für die Biomethan- und Holzenergiebranche. Jetzt kommt für landwirtschaftliche Biogasanlagen noch eine dauerhafte Steuerbefreiung hinzu, die Steuerentlastungen in fünfstelliger Größe versprechen.

Neue Einspeisetarife und Ausschreibungsverfahren beflügeln Biogasbranche

Am 1. Oktober 2015 sind in Frankreich die neuen Einspeisetarife für Biogas- und Photovoltaikanlagen in Kraft getreten. Die Betreiber von Biogasanlagen mit einer Kapazität von maximal 500 Kilowatt durften sich über höhere Vergütungen von bis zu 20 Prozent freuen, je nach Anlagengröße und Substrat. Der nächste Schritt folgte bereits Anfang Februar 2016 mit einem Ausschreibungsverfahren für die Biomethan- und Heizenergiebranche. Die für Biomethananlagen ausgeschriebene Leistung beträgt dabei 10 Megawatt pro Jahr. Gefördert werden solche Anlagen durch den französischen Direktvermarktungs-Mechanismus mit Zusatzvergütung, welcher ebenfalls Anfang des Jahres eingeführt wurde. Das Verfahren ist auf drei Jahre begrenzt.

Dauerhafte Steuerbefreiung bringt enorme Entlastungen für Anlagenbetreiber

Jetzt kommt noch die dauerhafte Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Biogasanlagen hinzu. Bereits im vergangenen Jahr wurde eine auf sieben Jahre befristete Steuerbefreiung solcher Anlagen im Jahressteuergesetz vorgesehen. Seit Januar 2016 ist die Befreiung dauerhaft, wie es von der französischen Finanzverwaltung mit einem Schreiben vom 6. Januar bestätigt wurde. Die steuerlichen Vorteile für die Betreiber der Anlagen können sich durchaus sehen lassen. Wird als Beispiel eine Biogasanlage mit einer elektrischen Nennleistung von 200 kW herangezogen, ergibt sich pro Jahr eine Entlastung in Höhe von rund 15.000 Euro.

Frankreichs Biogasbranche steht signifikantes Wachstum bevor

Laut der interdisziplinären Sozietät Sterr-Kölln & Partner aus Freiburg verbessere sich durch diese Maßnahmen die Attraktivität von landwirtschaftlichen Biogasanlagen und auch deren Finanzierbarkeit, was einen Beitrag zur Marktentwicklung in Frankreich leiste. Die Produktion von Biogas werde in Frankreich lukrativer und dem Markt könne so ein signifikantes Wachstum bevorstehen. Damit eine dauerhafte Freistellung von den französischen Steuern erwirkt werden kann, sind die Eigentumsverhältnisse entscheidend. Es genügt bereits, wenn die Landwirte zu mehr als 50 Prozent – mittelbar oder unmittelbar – an der jeweiligen Betreibergesellschaft beteiligt sind. Darüber hinaus müssen die verwendeten Substrate mindestens zur Hälfte landwirtschaftlichen Ursprungs sein.

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