„Power to Gas“ – Strom speichern mit Biogas und Bio-Erdgas

WEMAG Batteriespeicher in Schwerin

WEMAG Batteriespeicher in Schwerin

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende besteht darin, mit der fluktuierenden Stromerzeugung richtig umzugehen. Die täglich einfallende Strahlung variiert von Tag zu Tag und auch der Wind hält sich nur selten an die Forderungen der Energieversorger, was Stärke und Richtung anbelangt. So kommt es immer wieder vor, dass überschüssiger Strom produziert wird, für den es erst einmal keine Abnehmer gibt. Die eigentliche Herausforderung besteht nun darin, diesen überschüssigen Strom zu speichern, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt nutzbar zu machen.

Neue Wege in der Speichertechnik

Das Problem ist nicht neu und am Markt finden sich bereits einige innovative Lösungen. So bietet die WEMAG in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern Speicher für den Hausbedarf oder das Gewerbe an.  Diese ermöglichen die Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom rund um die Uhr. Ein paar Nummern größer ist da schon der turnhallengroße Batteriespeicher in Schwerin, der mit seinen 5 Megawattstunden dazu in der Lage ist, kurzfristige Netzschwankungen auszugleichen. Ein ganz anderer Ansatz liegt nun darin, den Strom mittels Biogas zu speichern, das zuvor auf die Qualität von Erdgas gebracht wurde. Das Überangebot an Strom lässt sich so im Gasnetz zwischenspeichern, bis es über den Weg der Rückverstromung wieder abgerufen wird.

Strom mit Gas speichern – so funktioniert’s!

Mit Biogas stehen gleich mehrere Alternativen zur Verfügung, die es erlauben, überschüssigen Strom zu speichern. Bevor das Gas einer energetischen Nutzung zugeführt werden kann, bedarf es einer entsprechenden Aufbereitung, um die Qualität von Erdgas zu erreichen. Um ins Gasnetz eingeleitet werden zu können, bedarf es daher einer Aufbereitung zu Biomethan oder synthetischem Methan. Synthetisches Methan benötigt wiederum Wasserstoff, der mittels Elektrolyse hergestellt wird. Und genau hier – im Elektrolyseur – lässt sich der überschüssige Strom aus erneuerbaren Energien anwenden.

Der überschüssige Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen wird also zur Herstellung von Wasserstoff verwendet und dieser in einem Wasserstoffspeicher zwischengelagert. Im nächsten Schritt erfolgt die Methanisierung unter Zuführung von noch nicht aufbereitetem Biogas. Das Ergebnis ist synthetisches Methan (CH4), welches wie Erdgas ins Gasnetz eingespeist und gespeichert werden kann. Entsteht zu einem späteren Zeitpunkt ein höherer Strombedarf, kann das synthetische Methan in einem Blockheizkraftwerk wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden.

Auch Biogas lässt sich sehr gut speichern und zu einem späteren Zeitpunkt in Strom umwandeln. Es kann auch direkt – ohne Aufbereitung zu Bio-Erdgas – in einem dafür ausgelegten Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt werden. Das Gas lässt sich kurzfristig direkt im Fermenter bzw. Nachgärraum speichern. Biogas bzw. Bio-Erdgas bietet damit mehrere Optionen, mit denen sich Stromspitzen aus Windkraft und Sonnenenergie nutzen bzw. speichern lassen. Sowohl die Biogasanlage selbst als auch das Gasnetz können dabei als Puffer für die zeitliche Überbrückung dienen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.