Alternative Kraftstoffe sind zukunftsweisend

Alternative Kraftstoffe

Ronny Richert / pixelio.de

Der Blick auf die Anzeigetafeln der Tankstellen im Land kann mitunter großen Ärger hervorrufen. Bewegen sich die Preise für einen Liter Kraftstoff doch in Dimensionen, die man vor einigen Jahren nicht zu träumen gewagt hätte. Für viele Autofahrer sind die hohen Spritpreise ein großes Problem, da sie auf ihr Fahrzeug angewiesen sind und entsprechend oft tanken müssen. Eine Lösung stellt die Nutzung alternativer Kraftstoffe dar.

Was sind alternative Kraftstoffe?

Als alternative Kraftstoffe bezeichnet man einerseits die Gruppe der Biokraftstoffe, die auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden. Biodiesel und Pflanzenöl zählen hier zu den bekanntesten Vertretern. Als weitere vielversprechende alternative Kraftstoffe werden Erdgas und Autogas gehandelt, die zwar nicht biogenen Ursprungs sind, die aber in ihrer Umwelt- und Klimabilanz dennoch deutlich besser abschneiden als die Mineralölprodukte Benzin und Diesel. Sehen wir uns die einzelnen Kraftstoff-Alternativen nun im Detail an.

Erdgas:

Relativ weit verbreitet ist hierzulande das Erdgas. Einer seiner großen Vorzüge ist die Wirtschaftlichkeit: Derzeit variieren die Preise in deutschen Tankstellen zwischen 0,44 bis 0,79 Euro pro Kilogramm. Aufgrund der höheren Energiedichte ergibt sich eine Ersparnis von 40 bis 60 % im Vergleich zu Benzin, was die Geldbörse gerade von Vielfahrern spürbar entlastet. Denkbar gering fällt auch die Luftbelastung aus. Die Stickoxid-Emissionen reduzieren sich gegenüber Benzin- und Dieselmotoren sogar um 85 %. Erdgasfahrzeuge sind mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren (Ottomotoren) ausgestattet, viele von ihnen verfügen über einen bivalenten Antrieb. Das bedeutet, sie werden sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin betankt, wodurch sich die Reichweite bei den derzeit verfügbaren Modellen auf über 200 km erhöht.

Autogas:

Nicht damit zu verwechseln ist das Autogas (LPG). Es handelt sich um ein unter Druck verflüssigtes Gas, das sich chemisch aus Butan und Propan zusammensetzt. Mit einem Literpreis von rund 0,55 Euro ist auch Autogas im laufenden Betrieb ausgesprochen wirtschaftlich. Der Umweltvorteil liegt in den geringeren Feinstaub-, Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen, darüber hinaus arbeiten die Motoren leiser. Eine Explosion der stabilen, stahlgefertigten Tanks ist bei einer regelmäßigen Wartung übrigens nicht zu befürchten.

Biodiesel:

Vom Acker in den Tank – Im Kommen sind alternative Kraftstoffe, die aus ölhaltigen Pflanzen wie Raps oder Sonnenblume erzeugt werden – man nennt sie landläufig auch Biodiesel. Ihr großer Pluspunkt ist die biologische Abbaubarkeit, zudem setzen diese Biokraftstoffe keinen Schwefel frei. Herkömmliche Dieselmotoren müssen für die Nutzung von Biodiesel erst umgerüstet werden, danach laufen sie mit beiden Treibstoffen.

Pflanzenöl:

Salatöle als alternative Kraftstoffe im Automotor? Auch das ist keinesfalls utopisch. Fast alle Dieselfahrzeuge können auch mit Pflanzenöl betrieben werden. Verwendbar ist dabei grundsätzlich fast jedes Pflanzenöl, in der Praxis landet zumeist speziell aufbereitetes Rapsöl im Tank. Als alternative Kraftstoffe fristen Pflanzenöle derzeit noch ein Nischendasein, das Tankstellennetz ist dementsprechend rar gesät. Das kann sich freilich in Zukunft ändern. Ebenso wie bei Biodiesel muss der Motor zunächst auf den Betrieb mit Pflanzenöl umgerüstet werden. Leider sind nicht alle Einspritzsysteme mit dem biologischen Kraftstoff kompatibel, in Einzelfällen kann eine Umrüstung auf Biokraftstoffe daher unmöglich sein.

Diverse Autohersteller bieten daher an, ihre Fahrzeuge für einen gewissen Unkostenbeitrag umzurüsten, damit alternative Kraftstoffe genutzt werden können. Diese schonen die Umwelt und den Geldbeutel.

Ab wann lohnt sich die Umrüstung auf alternative Kraftstoffe?

Kraftstoffe in Gasform gibt es in unterschiedlichster Ausführung. Neben dem Biogas kann auch Erdgas sowie Flüssiggas getankt werden. Als Grundvoraussetzung dafür muss ein entsprechender Gastank im Auto vorhanden sein, der leider nicht wirklich billig ist. Etwa 2.000 bis 3.000 Euro müssen dafür eingeplant werden. Rund 35.000 Kilometer müssen gefahren werden, um die Kosten für das Umrüsten wieder ausgleichen zu können. Für Pendler und Berufskraftfahrer ist dies kein Problem. Wer jedoch nur hin und wieder das Fahrzeug nutzt, wird so schnell keine Amortisierung erreichen können.

Wer sich also dazu entscheidet, mit Gas statt mit Benzin oder Diesel zu fahren, der sollte sich überlegen, einen Neuwagen mit einem bereits installierten Gastank zu kaufen, um die Umbaukosten zu umgehen. Dies kann sich sogar richtig lohnen. Denn wer mit Gas fährt, darf sich bis mindestens 2018 über deutliche Steuervergünstigungen freuen.

Vorteile für die Umwelt durch Umrüstung auf Gas

Neben den Ersparnissen, die beim Tanken durch die Nutzung von Gas erzielt werden können, profitiert auch die Umwelt von Fahrzeugen, die mit einem Gastank ausgestattet sind. So liegt die Smogbildung bei der Verbrennung von Gas 80 Prozent unter der von Benzin oder Diesel. Der CO2-Ausstoß kann um 25 Prozent reduziert werden. Und wer sich für Biogas entscheidet, kann die Smogbildung sogar um 90 Prozent reduzieren.

Nachteile durch Umrüstung auf Gas

Wo so viel Licht ist, ist natürlich auch Schatten. Im Fall von gasbetriebenen Fahrzeugen liegt der Nachteil beim nicht flächendeckend vorhandenen Tankstellennetz mit Tankanlagen für Gas. Man muss also schon genau schauen, ob die Tankstelle, die man anfahren möchte, auch wirklich Gas anbietet. Während sich in den Städten diverse Tankstellen finden lassen, ist das Angebot auf dem Land deutlich schlechter und noch ausbaufähig. In den nächsten Jahren soll das Angebot an Gastankstellen jedoch permanent wachsen, was alle umweltfreundlichen Autofahrer mit Sicherheit freuen wird.

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