Erdgas, Ökogas oder Biogas?

Worin unterscheiden sich Erdgas, Ökogas oder Biogas und mit welchen Vor- und Nachteilen sind die einzelnen Produkte verbunden? Drei Begriffe, die sich im Grunde auf nur zwei Produkte beziehen, denn Ökogas und Erdgas sind identisch. Lediglich beim Biogas handelt es sich um einen anderen, wenn auch sehr ähnlichen Brennstoff. Diese Begrifflichkeiten können schnell zu Verwirrungen führen. Deshalb möchten wir auf dieser Informationsplattform etwas Licht ins Dunkel bringen und Aufklärungsarbeit leisten.

Erdgas, Ökogas und Biogas - wo liegen hier eigentlich die Unterschiede?

Erdgas und Ökogas sind im Grunde dasselbe. Die Unterschiede sind vielmehr bei den Tarifen zu suchen, denn als Ökogas werden Tarife bezeichnet, die zusätzlich zum gelieferten Brennstoff noch eine Kompensation zum CO2-Ausstoß mitbringen. Um dies zu ermöglichen, wird ein Zusatzbetrag erhoben, mit dessen Hilfe unterschiedliche Klimaschutzprojekte gefördert werden. Auf diesem Wege werden die eigenen CO2-Emissionen an anderer Stelle wieder kompensiert und die eigene CO2-Bilanz bleibt im Gleichgewicht.
Im Gegensatz zum Erdgas handelt es sich bei Biogas nicht um einen fossilen Brennstoff, auch wenn die chemische Zusammensetzung sehr ähnlich ist. Biogas wird aus vergärender Biomasse gewonnen und ist damit schon von Grund auf CO2-neutral, da bei der Verbrennung nur organisch gebundenes CO2 entweicht.

Lernen Sie die Vorteile von Erdgas, Ökogas & Biogas kennen!

Muss nun derjenige, der sich für einen reinen Erdgastarif entscheidet, ein schlechtes Gewissen haben? Nein, muss er nicht, denn Erdgas ist unter den fossilen Energieträgern der Brennstoff, der das Klima am wenigsten belastet. Gerade mal 200 Gramm pro Kilowattstunde fallen beim Erdgas an. Bei Braunkohle ist die Belastung mit 400 Gramm doppelt so hoch. Wer sich also für eine moderne Erdgasheizung entscheidet und dabei eine alte Heizung in den verdienten Ruhestand schickt, kann auch mit einem normalen Erdgastarif zum Klimaschutz beitragen.

Ganz gleich, für welche der beiden Tarifvarianten Sie sich entscheiden, Sie profitieren in jedem Fall von den hervorragenden Eigenschaften, den Erdgas als Brennstoff mit sich bringt!

Während sich die Öl- und Kohlevorkommen immer weiter erschöpfen, stehen beim Erdgas noch gigantische Reserven zur Verfügung, die noch über viele Jahre hinweg Versorgungssicherheit gewährleisten können. Neben den bereits erwähnten niedrigen Emissionswerten bietet Erdgas aber noch ein paar weitere wichtige Vorteile. Es verbrennt besonders sauber und ohne Ruß und Staub. Für Sie bedeutet das weniger Wartungskosten und eine verlässliche Energieversorgung, auf die Sie stets zählen können.

Darüber hinaus profitieren Sie von einer bewährten und in der Entwicklung weit vorangeschrittenen Technik in Form von modernen Heizkesseln und Brennwertgeräten, mit deren Hilfe sich der Brennstoffverbrauch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau halten lässt. Das tut sowohl unserem Klima als auch der eigenen Haushaltskasse gut, zumal Erdgasheizungen darüber hinaus noch besonders günstig beim Anschaffungspreis sind.

Welche Rolle spielt Biogas bei der heutigen Energieversorgung?

Rein mengenmäßig liegt Biogas allerdings noch weit hinter Erdgas zurück, denn sein Anteil liegt derzeit bei gerade einmal 0,6 Prozent. Biogas ist oftmals nur auf regionaler Ebene verfügbar. Ein typisches Beispiel sind Biogasanlagen, die das Biomethan in Nahwärmenetze einspeisen, um umliegende Häuser oder ganze Dörfer damit zu versorgen. Biogas hat zudem nicht von Beginn an eine Qualität, die sich mit Erdgas vergleichen lässt. So muss es erst in mehreren Stufen aufbereitet werden, um einen vergleichbaren Brennwert erzielen zu können.

Lesen Sie nun mehr über die unterschiedlichen Brennstoffe:

Erdgas
Ökogas
Biogas

Erdgas, Ökogas & Biogas in der Praxis

Wie sieht es nun mit der Benutzung von Erdgas, Ökogas oder Biogas in der Praxis aus? Hier gibt es zahlreiche Tipps, Ratschläge und Hinweise, mit denen sich die Kosten optimieren und der Energieverbrauch senken lässt. So findet sich für jedes Budget noch eine vertretbare Lösung.
Sämtliche Informationen zum Einsatz von Gas im Haushalt finden Sie in der Kategorie Gas im Haushalt.

Was ist die Ölpreisbindung und was bedeutet sie für Verbraucher?

Geldmünzen zur Darstellung von sinkenden Ölpreisen

Sinkende Ölpreise
Foto: © blende11.photostock.adobe.com

Es folgt fast wie das Amen im Gebet: Steigen die Preise für Heizöl, dann ziehen nach kurzer Zeit meist auch die Gaspreise an. Der Grund ist die sogenannte Ölpreisbindung. In Verträgen mit Endverbrauchern ist sie seit einigen Jahren zwar nicht mehr zulässig. Doch auf den allgemeinen Erdgaspreis am Großmarkt hat die Entwicklung der Heizölpreise nach wie vor Auswirkungen.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie es zur Ölpreisbindung kam und warum sie derzeit mehr und mehr an Einfluss verliert.

Inhalt:

  1. Der Hintergrund: Preisstabilität und Investitionssicherheit
  2. So beeinflusst die Entwicklung der Heizölpreise die Gaspreise
  3. Die Kritik an der Ölpreisbindung
  4. Gerichtsurteil kippt Ölpreisbindung in Endverbraucher-Verträgen
  5. Warum sich die Gaspreise aktuell vom Ölpreis entkoppeln
  6. Dank Gasvergleich billiger heizen

Der Hintergrund: Preisstabilität und Investitionssicherheit

Die Wurzeln der Ölpreisbindung liegen in den 1960er-Jahren. Damals begann man in Ländern wie den Niederlanden, Russland und Norwegen, in großem Stil Erdgas zu fördern. Die Errichtung von Förderanlagen und Pipelines war mit enormen Investitionskosten verbunden. In den Lieferverträgen zwischen Produzenten und Gashändlern wurde daher häufig eine Preiskopplung zwischen Erdöl und Erdgas vereinbart. Das sollte sicherstellen, dass die Investitionskosten langfristig gedeckt waren.

Warum ausgerechnet ein Ölpreisvergleich und nicht etwa eine Kopplung an den Strompreis? Viele Gas-Förderunternehmen waren zugleich Erdöl-Produzenten. Um eine Konkurrenz zwischen den Energieträgern zu verhindern, sollte Erdgas im Preisvergleich nicht besser oder schlechter als Erdöl abschneiden.

Die Ölpreisbindung ist somit kein politisches Abkommen, sondern kam als Folge privatwirtschaftlicher Vereinbarungen zwischen Energieunternehmen zustande. Es gibt auch nicht „die eine“ Ölpreisbindung, sondern unterschiedliche Abmachungen zwischen Gasproduzenten, Gasimporteuren und lokalen Gasversorgern.

So beeinflusst die Entwicklung der Heizölpreise die Gaspreise

Wie werden die Preise nun konkret gebildet? In Gaslieferverträgen zwischen Gashändlern und lokalen Gasanbietern kommt häufig die sogenannte 6/1/3-Regelung zum Einsatz. Das bedeutet, dass der durchschnittliche Ölpreis aus den letzten 6 Monaten mit einer Verzögerung von 1 Monat die Grundlage für den Erdgaspreis bildet. Der so ermittelte Wert gilt anschließend für die nächsten 3 Monate. Das hat zum einen den Effekt, dass die gerade aktuellen Gaspreise nie ganz den Ölpreisen entsprechen, sondern ihnen mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung nachfolgen.

Zum anderen lassen sich durch solche Regelungen starke Preisschwankungen bei Erdgas abfedern. Denn die Marktpreise für Rohöl sind stark von Börsenspekulationen sowie der politischen Lage in den Herkunftsländern abhängig und legen daher mitunter eine Berg- und Talfahrt hin. Die Preisbildung auf der Grundlage von Durchschnittswerten hat eine gewisse glättende Wirkung auf die Gaspreise. Sie schwanken in der Regel weniger stark als die Preise für Rohöl.

Die Kritik an der Ölpreisbindung

Doch nicht immer ist die Preisentwicklung von Erdgas für den Endverbraucher völlig nachvollziehbar. Einer der Gründe dafür ist, dass es entlang der Lieferkette des Erdgases mehrere Verträge mit unterschiedlichen Preisbindungs-Klauseln gibt. Dabei werden oft unterschiedliche Referenzwerte herangezogen. Beispielsweise orientieren sich die Lieferverträge zwischen Erdgas-Produzenten und Importeuren meist an den internationalen Rohöl-Preisen. Wenn Importeure das Gas anschließend an lokale Gasanbieter weiter verkaufen, bildet wiederum der Marktpreis für schweres oder leichtes Heizöl die Grundlage. Der Hintergedanke ist, dass der Erdgaspreis immer an den Preis des jeweiligen Konkurrenzprodukts gekoppelt sein soll.

Verbraucherschützern waren die Preisanpassungsklauseln in den Geschäftsbedingungen vieler Gasanbieter allerdings schon lange ein Dorn im Auge. Die Unternehmen nahmen sich dadurch das Recht heraus, den Gaspreis in privaten Lieferverträgen abhängig vom internationalen Ölpreis zu erhöhen. Doch diese Regeln seien schwammig und intransparent, so wurde häufig kritisiert.

Gerichtsurteil kippt Ölpreisbindung in Endverbraucher-Verträgen

Im Jahr 2009 zog der Bund der Energieverbraucher wegen mehrerer solcher Gastarife vor Gericht. Mit Erfolg: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erklärte die Preisanpassungsklauseln in Verträgen mit Endverbrauchern für unzulässig. Gasversorger müssen ihren Kunden seither immer ein Sonderkündigungsrecht einräumen, wenn sie innerhalb eines bestehenden Liefervertrags ihre Preise erhöhen.

Damit wurde die Ölpreisbindung in Lieferverträgen mit Endverbrauchern gekippt. Dennoch: In Verträgen zwischen Gasproduzenten, Importeuren, Zwischenhändlern und lokalen Energieversorgern sind Ölpreisbindungs-Klauseln nach wie vor erlaubt und gängige Praxis! Daher hat die Entwicklung der Heizölpreise mittelfristig trotzdem Einfluss darauf, wieviel Endkunden für ihr Erdgas zahlen.

Warum sich die Gaspreise aktuell vom Ölpreis entkoppeln

Doch derzeit sorgt der steigende Wettbewerb am Gasmarkt dafür, dass die Ölpreisbindung mehr und mehr an Bedeutung verliert. Der Wettbewerb spielt sich dabei auf mehreren Ebenen ab: Einerseits drängen seit einiger Zeit neue Erdgas-Produzenten wie die USA auf den Markt, die mit Schiefergas zusätzliche Erdgasquellen erschließen. Um sich gegen die eingesessenen Akteure am Markt durchzusetzen, verkaufen sie das Gas häufig ohne Preisbindung. An den sogenannten Spotmärkten wird Erdgas zu marktaktuellen Preisen – ohne langfristige Lieferverträge – gehandelt, wie das auch bei anderen Rohstoffen üblich ist.

Dank Gasvergleich billiger heizen

Andererseits können Endkunden seit der Liberalisierung des Gasmarktes in Deutschland ihren Gasversorger frei wählen. Immer mehr Verbraucher nehmen einen Gaspreisvergleich vor, um sich für den günstigsten Anbieter zu entscheiden. Das Rennen machen häufig kleinere lokale Gasanbieter, die im Vergleich zum Grundversorger deutlich günstiger sind. Dadurch wird es für Gasversorger attraktiver, mögliche Preissenkungen auch tatsächlich an den Endkunden weiterzureichen.

Die steigende Wettbewerbssituation könnte die Ölpreisbindung langfristig also obsolet machen, was sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Denn schließlich können die Gaspreise dadurch nicht nur schneller sinken, sondern auch schneller steigen, als es ohne Ölpreisbindung möglich wäre.

Von Öl auf Gas umrüsten – das gilt es zu beachten

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Sonderkündigungsrecht bei Gasanbietern

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